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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
349
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Gem

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haben sie Gründe dazu, wodurch sie viel,leicht gerechtfertigt werden. Auf diesenDingen beruht, nühmlich, die Mahle-rcy, als Runs?; sie sind das Mittel derDarstellung überhaupt, und verhalten zuihr sich ungcfsthr so, wie die Sprache zurDichtkunst und Beredsamkeit. Eben sowenig, wie Jemand, welcher nicht gram-matisch richtig, und zugleich dunkel, ver-worren, u. s. w. schreibt, weder Dich-ter noch Redner seyn kann, eben so we-nig kann derjenige, welcher nicht zu zeich-nen , noch zu coloriren weiß, ein eigent-licher Mahler heißen, wenn er auch sonstdas größestc wählerische Genie unter derSonne wstrc. Raphael möchte dieses im,wer, wie es in Emilia Galotri heißt,Falls er auch ohne Hcknde wstrc geborenworden, gewesen seyn; ein wirklichesKunstwerk, von welchem hier die Redeist, würde er denn doch nicht haben lie-fern können. Ein interessanter Gegen-stand lstßt, auch in Gedanken, sich wüh-len, und auch in Gedanken sich gut an-ordnen, aber nur Zeichnung und Farbcn-gcbung bringen ihn gleichsam ans Licht.Ohne sie wird kein Gemählde daraus;und jenes vermag auch allenfalls Je-mand, welcher nichts weniger, als Mah-ler ist. —

Ucbrigens handeln von der Veurthei-lung der Gemühlde, und von dem, wor-auf es dabei) ankommt, die Oonverl,-r!o»8 lur la l?einrure des de Piles, ?sr.,677. und im «ten TH. f. W. ^mil.1766. 12. '— Ebendesselben Illee 6akeiurre psrksic pour iervir cle regle,»ux jugemen8 gue I'on 6oir porrertur lez Ouvro^ez <le8 keinrr», vor s.Abrege 6e ls vis 6e8 keinrree, ?ar.,699. iz. und im zten Th. f. W.Deutsch vor der (elenden) Ucbers. der ge-dachten Lebensbeschr. Hamb. 1710. 12. —,Zbssniere 6e dien juger 6e8 OuvraZeeche I'einrure psr l^dde Oougier, l>ar.1771. 12. vergl. mit der Neuen Bibl.der sch. Wisscnsch. Bd. 14. S. 09 u. f. —Mehrere hicher gehörige Werke finden sichbev dem Art. Geschmack.

Gemählde.

(Redende Künste.)

Ä«e Dichtkunst hat auch ihre Art zuzeichnen und ihr Colorit, wie dieMahlerey. Ucberhaupt ist fastjcdesGedicht ein Gemählde: doch wirddiese Benennung nur den einzelnStellen der Gedichte gegeben, wosinnliche und besonders sichtbare Ge-genstände, wie auf dem Vorgrund,naher ans Auge gebracht, und bisauf ganz kleine Theilc ausgezeichnetwerden. Ein Gedicht gleicht einergewählten Landschaft, auf welcherder größte Theil der Gegenstände ineiner Entfernung stehet, in der sie nurüberhaupt gesehen werden, und, nurim Ganzen betrachtet, die allgemeineVorstellung eines fruchtbaren, oderwilden, eines reichen oder eines ma-gern, eines einsamen oder bewohn-ten Landes, erweken; einige beson-dere Gegenstände aber werden nahean dem Vorgrund einzeln wol aus-gezeichnet, daß man sie groß, wie inder Nahe sieht, und auch die einzelnTheile daran unterscheidet. Aufeben diese Weise verfährt auch derDichter, der den größten Theil fei-ner Gegenstände etwas allgemeinund nur überhaupt bezeichnet, andreaber fo genau und so umständlich,daß sie uns naher als alles übrigevorkommen, so daß wir sie geradeund ganz nahe vor uns zu sehen ver-meinen. Diesen besonders ausge-zeichneten einzeln Theilen geben wirvorzüglich den Namen der Gemähl-de, ob er gleich auch dem <>anzen Ge-dichte zukommt. Eigentli ch ist jedesetwas umständlich gezeichnete Bildein Gemählde.

In den Gedichten nehmen sich die-se Gemählde so aus, wie vor einemWald oder Busch, den man vor sichsieht, ein einzeler dem Auge nahestehender Baum, an dem man jedenAst und Zweig, auch so gar emzeleBlätter unterscheidet, da der Wald

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