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bare Kleinode aufbehalten werden,blos, weil sie in den minder wesent-lichen Stüken einen hohen Grad derVollkommenheit haben? Soll mandenn so viel Rembrande, Teiniers,Mieris und so viel andre Stüke, diewahren Freuden achter Kenner, fürschlechte Stüke halten?
Keinesweges. Man kann sie alsMuster eines nicht unbeträchtlichen,obgleich nicht des vornehmsten Thcilsder Kunst, zum Studiren, aufbehal-ten : man hat Ursache sie den Mah-lern als Muster in dem Theile derKunst anzupreisen, ohne welchen dochdie andern Theile ihren volligenWerth nie erreichen. Wenn Poußmuns durch seine große Erfindungenund durch den richtigen Ausdruk inVerwundrung setzet, so würde er,wenn er noch Titians Pinsel gehabthatte, uns entzükc haben. Die höch-ste Würkung, die ein Gemahlde ha-ben soll, wird doch nur durch dieVereinigung aller Theile der Kunsterreicht; und so lange demselben et-was an der volligen Natur, es seyauch nur in Kleinigkeiten, mangelt,so ist es unvollkommen und würktnicht so stark, als es würkcn sollte.Dieses sey überhaupt von den Eigen-schaften, dem Werth und der Beur-theilung der Gemahlde gesagt.
Es ist schwer einen Grundsatz zufinden, nach welchem man die Ge-niahlde in ihre natürlichen Gattun-gen cintheilen und die Rangordnungderselben bestimmen konnte. Nachdem Inhalt stellen sie Handlungenoder Charaktere vernünftiger Wesenvor, oder Sccnen aus dem Thier-reich, oder aus der leblosen Natur.Jede Gattung des Inhalts theiletsich wieder in verschiedene Arten.Die erste Gattung enthalt allegorischeGemahlde, Historien, Schlachten,Gesellschaftsgeinahlde, die Scenendes gemeinen Lebens vorstellen, undauch blos einzele Charaktere, näm-lich Portraite. In der zweytenGat-
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tung hat die Kunst auch mancherlei)Arten hervorgebracht, als: Jagden,Viehsiüke, Geflügel. In der drittenGattung unterscheidet manLandschaf-ten, Gebäude, Perspektiven, Frucht,stüke, Bluhmenstüke. Jede dieserArten hat ihre Liebhaber gefunden,deren Genie oder Geschmak sich aufsie besonders eingeschränkt hat.
Dann können auch die verschiede-nen Gattungen, besonders aber dieHistorien und Landschaften, nach Be-schaffenheit des hohen oder niedrigenTones wieder eingetheilt werden.Die Mahlerey nimmt, wie die Rede-kunst, bald den hohen begeistertenTon an, bald den Ton des gemeinentäglichen Lebens, oder sie bleibet inder Mitte zwischen dem Heroischenund dem ganz Gemeinen. Daherentsteht in der Mahlerey, so wie inder Rede, der dreyfache Stil. Aberdie Kritik hat sich nicht so tief in bc«sondere Betrachtungen über densel-ben eingelassen, wie bey der Bered-samkeit. Doch ist der Weg zu einergeuauern Kritik durch einen Kennervon großer Einsicht glüklich gebahntworden. Der Hr. v. Hagedorn hatnicht nur den wahren Charakter unddie Granzen jeder Gattung und Artwol bezeichnet, sondern auch richtigeGrundsätze angezeigct, auf welchedie Beurtheilung jeder Art gegrün-det seyn soll ').
Von den Gattungen der Gemähl-de, die aus der Verschiedenheit derMittel zur Ausführung entstehen,ist im Artikel Mahlere/ gesprochenworden.
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Wenn, wie H. S.'bemerkt, die ellgcmlichen KuiMebhabcr, oder vielmehrdie so genannten Kenner, die Zeichnungund die Farbengcbung für das Wesent«llchße bey einem Gcmählde ansehen: so
haben
') S. Betrachtungen über die Mahlc-rc», »Buch, zte Abtheilung.