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Geländer.
(Baukunst.)
Eine Art Vcrzäunung oder Einfas-sung hoher, oder abgesonderter Pla-tze in den Gebäuden, damit mannicht über eine gewisse Stelle hinaus-trete. Die Ocrter, welche mit Ge-ländern umgeben werden, sind freyeGallerten auf Dächern über den Ge-balkcn der Gebäude, Ballone, Fen-steröffnungen, die bis auf den Bo-den heruntergehen, imd auch Trep-pen, in der Absicht, daß man sich dar-an halten und stellen könne, ohneGefahr herunter zu fallen.
Sie werden aber auch gebraucht, gc-wissePlätze von andern daransioßen-den abzusondern. In dieser Absichtbraucht man sie in Kirchen, die Chörevon dem Schissabzufondern, vorAltä-ren, in Sälen, die Plätze der Throne,Richterstühle oder Lehrstühle von demübrigen Raum des Zimmers abzu-sondern, inglcichen vor Alcoven.
Die Geländer dienen an allen die-sen Orten zwar zur Verwahrung derPlätze, die sie einschließen, aber auchzugleich zurZierrath, daher die neuernBaumeister ihre Beschaffenheit ausden Regeln der Baukunst bestimmthaben. Es giebt aber zweyerleyArt Geländer, nämlich Dokkenge-länver oder Balustraden, und Stab-oder Blumen - und Laubgcländer,die insgemein von Eisen gemachtwerden. Diese werden hauptsächlichzu Treppen und vor die Ballone ge-braucht.
Die Dokkcngeländer bestehen ausDokken oder kleinen Säulchen, mitunterzwischcn gefetzten Postamenten,alles auf einen durchgehenden Fußodcr Plinthc gefetzt, und mit einem Ge-sims bcdckt. Weil sie hauptsächlichzur Sicherheit gegen das Herunterfal-len dienen, so müssen sie wenigstensdritthalb Fuß hoch seyn; an ho-hen Orten aber werden sie, um eingutes Verhaltniß zum Ganzen zu
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haben, oft weit höher. Wenn sieum ein Dach gehen, so kann manihnen die Höhe des Gebälkes, oderwie Dlonvel will, ? noch darübergeben.
Die Festigkeit dieser Geländerkömmt hauptsächlich von den Posta-menten her: diese müssen also nichtallzuweit auseinander stehen. Wenndas Geländer über einem Gebalkesteht, das von Säulen unterstütztwird, so ist die Austheilung der Po-stamente natürlicher Weife so, daßgerade über jeder Säule ein Posta-ment siehe. Hat man keine Säulen,so muß man sie so richten, daß sie,als schwerereTheilc, nicht über Oess-nungen, sondern über Pfeilern oderganzen Mauren stehen. Sonst darfman in Ansehung ihrer Weite auseinander eben nicht die genaueste Sor-ge tragen, wenn man nur nicht we-niger als fünf, und nicht mehr, als15 Dokken zwischen zwey Postamen-te setzet.
Oft wird ein Theil des Geländersmassiv, oder aus an einander stoßen-den Postamenten gemacht, welchesinsonderheit in sehr massiven Gebäu-den geschieht. Auf diese Postamentewerden zur Vermehrung der PrachtVasen oder gehauene Bilder gesetzt;doch läßt man sie sehr oft auch ohnesolchen Aufsatz.
Die Dokken selbst werden aufver-schicdeneWeise gemacht. Insgemeinsind es kleine bauchigte Säulchen, de-ren Rundung durch vier Eken unter-brochen ist.
Die ganze Höhe des Geländerskann füglich in yTheile getheilt wer-den, davon -z Theile zum Fuß, (wennnämlich das Geländer über einemgroßen Gcbälke steht,) 4Theile zu derHöhe der Dokken, und einer zur Hö-he des Gesimses genommen werdenkönnen. Man setzet sie so weit auSeinander, daß zwischen zweyen, wosie am dikesten sind, wenigstens so
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