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— — und andre
Machten Strik' aus ihren avldfaebigtenlangen Lokcn,
Doch zu weit andern, Gebrauch, als derLiebe
Man kann aus diesen Beyspielcnhinlänglich sehen, daß glükliche Ge-gensätze in leidenschaftlichen Gegen-ständen die höchste Rührung hervor-bringen können.
Durch den Gegensatz aber kann ei-ne Sache auch lacherlich und pofstr-lich werden; denn die Vergleichungdes Großen mit dem Kleinen ist einevon den Quellen des Läckerlicken,wovon wir in seinem Artikel Bcy-spiele gegeben haben.
Man kann aber den Gebrauch desGegensatzes auch leicht übertreiben,und dadurch ins Gezierte fallen.Die Redner und Dichter, die in demWahn stehen, man könne keinenCharakter, und kaum einen einzelnGedanken vortragen, ohne ihm ei-nen Gegensatz zu geben, fallen da-durch leicht ins Abgeschmakte. Manmuß ihn mit eben der wirthschaftli-chen Klugheit gebrauchen, wie an-dre Würzen der Rede. So wenigman Gleichnisse und mahlende Bil-der Haufen muß, so wenig soll die-ses mit dem Gegensatz der Gedankenund Begriffe geschehen. Er ist nurda nützlich, wo viel darauf ankömmt,daß einzele Gedanken oder Begriffevollkommen lebhaft oder deutlichwerden.
Also müssen Redner und Dichtermit der Figur, die man ^ntitkslisnennt, und die eine blos zur Schreib-art gehörige Gattung des Gegensa-tzes ist, behutsam umgehen.
Dieftr Gegensatz ist von dem be-schriebenen fast so unterschieden, wiedie Metapher von dem Gleichniß.Denn wie in dem Gleichniß, sowoldas Bild, als das Eegenbild, jedesbesonders beschrieben, in der Meta-pher aber beydc in einen Gegenstand
") Noach. lX. Gesang.
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vereiniget werden: so werden imGegensatz, den wir beschrieben ha-ben, beyde Gegenstande besondersdargestellt; in der Antithese aber wer-den sie in einem einzigen Gedankenverbunden, oder der Gegensatz wirdgleichsam nur ini Vorbeygang be-rührt. Ein solcher Gegensatz liegtin folgenden Worten: Valvitur illsvomens cakak-m <le peäkore llumeu*), da die Wörter caiillumund kri^illus einander entgegengesetztwerden. Die ganze Schreibart mitsolchen kleinen Gegensätzen gleichsamzu verbrämen, wie so viele französi-sche Schriftsteller rhun, ist eine demguten Geschmak ganz zuwiderlaufen-de Sache. Die Menge kleiner Ge-gensätze macht, daß man nicht Zeithat, auf ben Zusammenhang der Ge-danken Achtung zu geben; indem dieAufmerksamkeit offenbar von derHauptsache abgezogen, und nur aufeinzele Redensarten gelenkt wird.
Mit Verstand und am rechten Ortangebracht, thut diese Figur fürkreff-liche Würkung, wie z. B- in dieserStelle des Horaz:
— guilÜommillc peI»Ac> rarem.Man findet so gar, daß bisweileneine ganze Reyhe solcher Gegensätzevon großen Meistern gebraucht wer-den, wovon folgendes zum Beyspieldienen kann: Lanferts kanc p-rcemcum lila Kella; Kusus pr aetoris all-ventum cum illius imperstoris vi-öboria; Kusus cokortem impursmcum Zilius exercitu invitsto; Kususlikilliues, cum illius cantinentia;ab illo, gui cepit, consltas, achkoc, gui constitutlls accepit, cs-ptas clicetis k^raculas **). Aberselbst Cicero ist hier nicht ohne Tadel.Bei) einer so ernsthaften Sache, alsdie, wovon hier geredet wird, sollteder Redner nicht Zeit haben, so viel
Anti-
') ^en. IX. 414.
Licero in V«rrsrn <Zr. IV.