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Von demNachdruk und derVergrös-serung durch Gegensätze kann auchfolgende Stelle desselben Dichters *)uns zum Beyspicl dienen. Er willdie übertriebene Pracht und den un-vernünftigen Aufwand der Römer,in Absicht auf ihre Landgüter, Ge-bäude undLusigärten lebhaft vorstel-len , und bcwürkt den größten Nach-druk durch beständige Gegensätze.
PZU«2 zcstcv zugers regia«^tolez relinczucnr. — —,
— — PIscsnusgue cclebzkivinccr ulrnoz: cum violsria ec^t^rrus ec omriiz copia narium8paigenr oliveciz ulloremkeccilidus clomin» priori.
Er stellt das Pflügen der fruchtbarenFelder der Vcrderbung derselbendurch ungeheure Gebäude, dasPflanzen des unnützen und unfrucht-baren Platanus dem mit Weinrebenbcladenen Ulmenbaum, die bloßendufthauchenden Gärten den frucht-baren Vaumgarten entgegen, undgicbt dadurch seinen Gedanken vonder übertriebenen Ueppigkcit einengroßen Nachdruk. Eben so bedienetsich Virgil eines Gegensatzes, umdie Hoheit und Würde der Römerüber andre Völker desto lebhafterfühlen zu machen:
Lxcuäenr slii t'piranri» mollius»er»
Lrello cguiclcm, vivos llucencllemarmnre volius:regere imperio populoz No-manc msmeurv,tlae ribi erunr arrez **).
Wie der Gegensatz das Tragische ver-stärke, haben wir schon oben an ei-nigen Beyspielen gesehen; folgendeverdienen noch besonders überlegt zuwerden. In dem Pbilokcer desSophokles merkt der Chor aus derNähe einer seufzenden Stimme, daßdieser unglüklichc Held, den er sucht,
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nicht fern sehn könne, und sagt dcß-wegen: tLr kommt; aber nichrcviedie Schäfer, Vcren Ankunft derTon Oer Flöce verkündiget; — ihnmeldet ein schmerzhaftes Stöhnen,als wenn er sich an einen Stein ge-stoßen hätte. Durch diesen Gegen-satz, da dem Philoktet, der eine ein-same Insel bewohnte, Schafer ent-gegen gestellt werden, deren freudi-gen Aufzug man von weitem durchden lieblichen Ton der Flöte ver-nimmt, da er hingegen seine Ankunftdurch Seufzen und Stöhnen vcrrath,wird sein Zustand weit trauriger.Eben diese Würkung zur Vermeh-rung des Tragischen hat Enripidesin der Jphigcnia in Aulis, durcheine ganz besondere Art des Gegen-satzes erhalten, da er dem würkli-chen Elende der Jphigcnia, die esnoch nicht wußte, ihre vermeinteGlükseligkeit entgegensetzt. Als Elp«tenmestra mit ihrer Tochter in Aulisankömmt und aus dem Wagen steigt,wird sie von der Menge glüklich ge-priesen. Der Zuschauer aber istschon von dem Elend, das auf siewartet, unterrichtet, und fühlt esdurch diesen Gegensatz desto lebhaf-ter. Man sieht die liebenswürdigeJphigcnia ankommen, um eineStunde hernach ein Schlachtopferdes Ehrgeizes ihres Vaters zu wer-den. Der Chor bewillkommct sie mitfolgenden Worten:
G rvie herrlich ist das Glük derGroßen! Seher die fürstliche Iphi-genie;, meine Rönigin, und SieTfttemncstra aus Sem vornehmstenGeblüre! Aus rvas für hohemStamme be^de entsprossen, undrvas für lange daurendem Glüke sieentgegen gehen! Be>) diesem Freu-dengesang sieht der Zuschauer schondas Elend dieser so glüklich gepriese-nen Personen; und dieses macht ei-nen sehr hohen Grad des Tragischen.Wie wunderbar tragisch ist folgendeVorstellung;
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