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sagen hat; sie sucht von den Vorstel-lungen, die sich ihr darbieten, die be-sten und schiklichstcn aus, ordnet sie,um ihnen mehr Kraft zugeben, wäh-let den bestcnAusdruk, giebt der Re-de auch durch den Ton und Abfallder Worte eine ästhetische Kraft, hatunaufhörlich den Zuhörer, auf densie würken will, vor Augen. DieDickrkunsr hat mehr den lebhaftenAusdrnk ihrer Vorstellung, als diebesondere Würkung, die sie auf an-dre thun soll, zum Augenmerk. DerDichter ist selbst lebhaft gerührt undvon seinem Gegenstand in Leiden-schaft, wenigstens in Laune gesetzt;er kann der Begierde, feine Empfin-dung zu äußern, nicht widerstehen;er wird hingerissen. Seine Haupt-absicht ist, den Gegenstand, der ihnrühret, lebhaft zu schildern, und zu-gleich den Eindruk, den er davonempfindet, zu äußern: er redet, wennihm auch niemand zuhören sollte,weil ihn seine Empfindung nichtschweigen läßt. Er überläßt sich denEindrüken, die seine Materie auf ihnmacht, so sehr, daß man aus sei-nem Ton und aus seinem wenig über-legten Ausdrnk merkt, er sei) ganzvon seinem Gegenstand eingenommen.Dieses giebt seiner Rede etwas aus-serordentliches und phantastisches,dergleichen Menschen annehmen, diebei) starken Empfindungen sich selbstvergessen, und selbst in Gesellschaftso reden und handeln, als wenn siealleine wären.
Es scheint, daß dieser sich mehroder weniger äußernde phantastischeTon, den man in der Rede bemerkt,den eigentlichen Charakter des Ge-dichts ausmache, und daß die eini-germaßen schwärmerische Gemüths-fassung, in welche lebhafte Köpfe bei)Erblikung gewisser Gegenstände ge-setzt werden, die Quelle der Dicht-kunst se>). Ohne merkliche Leiden-schaft und Ueberwältigung von der-selben, scheinet natürlicher Weise kein
Ged zsz
Gedicht entstehen zu können. Nuritzt, da die Poesie zu einer gewöhnli-chen Kunst worden ist, thut die Nach-ahmung dieses natürlichen Zusiandesdas, was in dem Stande der bloßenNatur nur die starke Rührung thunwürde. Daher sehen wir, daß dieDichter sich noch oft anstellen, alswenn sie auch wider ihren Willen ge-trieben würden, ihr HcrZ auszuschüt-ten. Es ist damit, wie mit demTanz, der in seinem Ursprung nichtsanders, als ein leidenschaftlicher,schwärmerischer Gang ist. WildeVölker, bei) denen noch nichts zurKunst geworden, tanzen nie, alswenn sie iu Leidenschast gesetzt sind:aber wo das Tanzen zur Kunst ge-worden, da tanzt man auch mit kal-tem Gcblute. Doch stellt man sichimmer dabei) an, als wenn irgendein kräftiger Gegenstand uns in einephantastische Gemüthslage gesetzthabe. Daß sowol Poesie, als Tanzeine solche Fassung zum Grund ha-ben, wird auch noch dadurch offen-bar, daß beyde die Unterstützung derMusik bedürfen. Diese unterhalt dieEmpfindung, und reizet die schonaufgebrachte Einbildungskraft nochmehr. Sie wieget das Gemüth inseiner eigenen Empfindung ein, daßder Dichter und Tänzer sich völligvergessen, und blos dem nachhängen,was sie empfinden.
Aus dieser Eutwiklung des Ur-sprungs derPoesie läßt sich der wahreCharakter des Gedichts bestimmen.Wer der Gemüthsfassung, die eineso außerordentliche Rede, als dasGedicht ist, natürlicher Weife hervor-zubringen vermag, nachdenkt, wirdfinden, daß sie ihr viel Eigenes undCharakteristisches geben müsse. Undeben darin wird das Wesen des Ge-dichts zu suchen seyn.
Zuerst wird der Ton der Rede denCharakter der Empfindung an sichhaben. Sic kann nicht so zufälligund so ungebunden fließen, als dieN? gemeine