Geb
Ken *). Eine gebundene Glimme,in Tonsiüken, die für Instrumentegesetzt sind, heißt eine Stimme, dienicht blos zur Begleitung einer an-dern Stimme da ist, sondern für sicheine zum Ganzen nothwendige, undconcertirendcParthie hat. Derglei-chen Parthicn werden insgemein mitdem italianischen Wort c>bli»atc> be-zeichnet, wozu der Name des Zn-strumcuts gesetzt wird, als Vlolinooder lZallo odliAgto.
Eine bcsondereGattung des gebun-denen Basses macht der aus, den dieFranzosen Kalls contraiute nennen.Ein solcher Baß hat ein kurzes The-ma von wenig Takten, welches erdas ganze Stük hindurch, so lang esseyn mag, beständig wiederholt, dainzwischen die Hauptsiimme bestän-dig abwechselt, und also ans jedeWiederholung derselbigcn Tone imBaß, einen andern Gesang hat, wiein der Bhaconue.
Große Harmonisten behandeln bis-weilen einen solchen gebundenen Baßso, daß, ungeachtet er immer diesel-ben Tone hat, der Gesang der obernStimmen dennoch ganz frey durchvielerlei) Tonarten modulirt, wovonman in Handels Alexanversfest zwei)fürtrefflicheBeyspicle findet **). Die-ses ist aber sehr künstlich, und erfo-dert eine große Fertigkeit in Behand-lung der Harmonie.
Rousseau macht über die gebunde-nen Bässe die richtige Anmerkung,daß sie den Tonstüken einen sehr pa-thetischen Charakter geben. Sic sinddeßwegen in Kirchenmusik, über kur-ze Sprüche, die in den Hauptstim-men immer mit verändertem Gesangwiederholt werden, mit großem Vor-theil zu brauchen.
H S. Bindung.
") Das einem demiu«!, dessen Worteanfangen: l'ke let-my renä llie skiesvilli louä Äpplsusc; das andre indcm l'utti! Lreack bi» bang ot sleepatunäer.
Ged 519
Gedanken.
(Schön? Künste.)
Heißt überhaupt jede Vorstellung,in welcher einige Deutlichkeit ist, ver-möge welcher man sie durch Zeichenbekannt machen kann. Wenn maninsbesondere in Absicht auf die schä-um Künste von Gedanken spricht,so versteht man dadurch die Vor-stellungen, welche der Künstler durchsein Werk hervorzubringen sucht, inso fern sie von der Art, wie sie erregtwerden, oder sich darstellen, unter-schieden sind. Die Gedanken in denWerken der Kunst sind dasjenige,was von einem Werk übrig bleiber,wenn der ästhetische Schmuk davongenommen wird. So sind die Ge-danken des Dichters das, was übrigbleibet, wenn der Bau des Verses,der Ton und einige blos zum Schmukund zur Ausbildung, oder zur Ver-stärkung dienende Begriffe weggelas-sen werden.
Demnach sind sie die Materie oderder Stoff, der von der Kunst bear-beitet und auf eine ihrem Zwek ge-mäße Weise vorgetragen wird. DasAesthellsche selbst ist das Zufallige derGedanken, das Kleid, worin sie ge-zeigte werden, oder die Form, in wel-che sie derKüustlcr bildet. Derowe-gen sind sie das erste, worauf in je-dem Werk der Kunst zu sehen ist, derGeist und die Seele des Werks: undwenn sie schlecht sind, so kann dasganze Werk keinen großen Werth ha-ben ; sondern gleicht jenem Pallastevon Eis, der zwar die richtigste Formeines brauchbaren Gebäudes hat,aber seiner Materie halber unnütz ist,und zu dem Gebrauch, den seineForm anzeiget, nicht dienen kann.
Zu jedem vollkommenen Werk derKunst werden also zuerst gute, dasist, richtige und nach der Beschaffen-heit des Werks interessante Gedan-ken crfodcrt. Was Hvraz blos vonden redenden Künsten sagt: Luiden.
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