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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
316
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seyn, als eine Sammlung von ab-gezeichneten Muscheln, Pflanzen undInsekten? Und warum sollte man,wenn dieses Studium einmal mitErnst getrieben würde, die dazu ge-hörige Kunstsprache und Terminolo-gie nicht eben so gut finden können,als sie für die Naturgeschichte gefun-den worden?

Dieses würde den Weg bahnen,dem Redner, dem Schauspieler, deinMahler und dem Tanzer den wichtig-sten Theil der Kunst zu erleichtern.

Man kann dem Redner und demSchauspieler nie genug wiederholenund nicht nachdrüklich genug sagen,daß die Gebchrden redend seyn müssen,noch dem Zeichner, daß seine Figu-ren allemal verwerflich find, wenn erihnen nieht redende Stellungen undGebehrden geben kann. Demosthe-nes bielr es für so wichtig, daß erauf Befragen, was in der Bered-samkeit das wichtigste sey, antwor-tete: Der Vorcrag; (wodurch erStimme und Gebchrden verstund;)und auf die weitern Fragen, wasnacl? dem zum zwcyten und dritten,als das wichtigste zu suchen sey, im-mer dieselbe Antwort wiederholte.Was man an dem Redner sieht, daswird unmittelbar auf dem Grund derSeele empfunden; aber die Wortekommen erst in den Verstand, undvon da durch eine Art der Ucbcrse-tzung, wenigstens durch eine zwcyteHandlung des Geistes, und ver-schwacht, an das Herz. WelcheWorte sind vermögend, die innigsteSehnsucht eines Verliebten nachdem Gegenstand seiner Wünsche soauszubrüten, wie seine Büke undseine Gebehrden? Einigermaßen istes der Sappho in dem bekanntenLied an Phaon gelungen, dieses inWorten auszudrüken; deswegen auchein feiner Kenner *) diese Ode unterdie erhabensten Werke der Dichtkunstzahlt,

') I-onxinus,

Wenn der Künstler durch genaueBeobachtung der in Gebehrden liegen-den Kraft, sich von ihrer Wichtig-keit völlig überzeuget hat, so mußer nun das besondere Studium diesesThcils der Kunst vornehmen. Dar-über findet er aber bcy dem Lehrerder Redner, aus angezeigten Ursa-chen, nichts, als sehr allgemeineAnmerkungen; sein Genie und seinFleiß müssen die besondern Mittelfinden. Eine der wichtigsten allge-meinen Anmerkungen ist diese: daßer überhaupt den allgemeinen Tonder Rede durch seine Gebchrden aus-drüke, und hingegen sich sehr in Achtnehme, dasjenige, was blos für denVerstand und nicht für die Empfin-dung ist, gleichsam durch mahlendeZeichen auszudrüken. Man muß,sagt Cicero, nicht einzele Worte,sondern das, was man im Ganzenempfindet, nicht durch Abwicünuug,sondern durch Anorutunz, ausden-ken H. Was der große Mann inder angezogenen Stelle äomonstra-tionsm vsrdn exprimentsm nennt,und hier durch Abzeichnung übersetztist. muß von dem Redner sehr sorg-fältig vermieden werden. Es kannnichts frostiger seyn, als wenn er je-des Wort mit Zügen und Bewegun-gen der Hände und der Arme abbil-det, besonders, wenn er bloße Be-griffe, die nur den Verstand ange-hen, wie das Nahe und Ferne, dasHohe und Niedrige und dergleichenDinge, zeichnen will. Die Gebehr-den sollen uns nicht deutliche Begriffegeben, sondern Empfindungen ver-stärken oder unterhalten.

Hiernachst muß der Redner sichauch von dem Schauspieler unter-scheiden. Er tritt wol vorbereitet

auf,

Omnes smcin lios mottis tubtelzniNeder non liic veit,« expl'iinens,

tcemcns, leä er/entc?!.

nnn cicmonUrzrioul!, lcg siZni»kc^rions cleclsrsns. Lic. in Uruto,Ind. III.