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erzählen, abnehmen, wie weit die
Sprache der Gebehrden sich ersirekenkönne. Die Kunst der Gebehrden istdeswegen von den Alten als ein be-sonderer Theil der schonen Wissen-schaften, unter dem Namen lVIulloabl)'s>llLritioa, betrachtet worden.Plato erwähnt der Gebehrdenkunstunter dem Namen Vrebest-;,
Aber so bestimmt jede Empfindung,so gar jede Schattirung und jederGrad einer Empfindung, sich durchihre besonder» Gebehrden ausdrükenlaßt, so unbestimmt und unzurei-chend hingegen ist jede Sprache,wenn man diesen Theil der Kunst inRegeln fassen wollte. So wie manauch in der reichsten Sprache dieverschiedenen Gcsichtsbildungen derMenschen nur sehr unvollkommen be-schreiben kann, so findet man auchdie i größten Schwierigkeiten, dieGebehrden bestimmt zu beschreiben.Darum haben auch die besten Lehrerder Redner, als Cicero und Quinti-Iiau, nur wenige allgemeine Vor-schriften hierüber geben können.Doch sollte man die Hoffnung, denAnsdruk der Sprache in diesem Stükzu einer mehrern Vollständigkeit undzu genauerer Bestimmung zu brin-gen, nicht verloren geben. Wenndie später» griechischen Rhetorcn,die sich so viel unnütze Mühe gegebenhaben, für jede grammatische oderrhetorische Figur einen Namen undeine Erklärung zu finden, ihr Nach-denken auf die Beschreibung der Ge-behrden angewendet hätten, so wür-de man vielleicht itzt schon näbereHoffnung haben, von diesem wichti-gen Theilc der Kunst einmal bestimmtsprechen zu können.
Die zeichnenden Künste konntendarin den redenden einen wichtigenDienst leisten. Es ist zu wünschen,daß ein guter Zeichner eine Samm-lung ngchdrüklichcr und redender Ge-behrden anfangen mochte. Wer sichbesonders darauf legen wollte, blos
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die Gebehrden der Menschen zu be-obachten, jedes Redende und jedengenauen Ausdruk darin, richtig zuzeichnen, dem würde es nicht schwerfallen, einen betrachtlichen Keytragzur Gebehrdenkunst zu liefern. Eswäre ein einer Kunstacademie würdi-ges Unternehmen, eine solche Samm-lung zu veranstalten, und die Künst-ler zu jährlicher Vermehrung dersel-ben aufzumuntern. Man konnte al-lenfalls den Anfang der Sammlungdamit machen, daß man aus denAntiken und aus den Gemähldcn derNeuer» zuerst alle Figuren aussuchte,und in einer Folge herausgäbe, diein der Stellung einen bestimmtenAusdruk zeigen. Hernach konnte je-dem Zeichner, der eine genau nachder Natur gemachte und durch Ge-behrden sehr redende Figur zurSammlung cinschiktc, eine kleine Be-lohnung gereicht werden. Dadurchwürde die Sammlung in wenig Jah-ren vcrmuthlich sehr ansehnlich"an-wachsen. Wenn alsdcnn ein Manuvon Genie eine solche Sammlungvor sich nähme, Beschreibungen undAnmerkungen dazu machte, so wür-de nach und nach der Theil der Kunst,der ist sowenig bearbeitet ist, zu gros-ser Vollkommenheit kommen können.Wenn man bedenkt, daß mancherLiebhaber der Naturgeschichte ver-mittelst der Beobachtung, der Zeich-nungen und der Beschreibungen, dieGestalt und die Bildung vieler tau-send Pflanzen und Insekten, so genauin die Einbildungskraft gefaßt hat,daß er die kleinsten Abänderungenrichtig bemerket: so laßt sich auchgewiß vcrmnthen, daß eine mit ebenso viel Fleiß gemachte und in Clas-sen gebrachte Sammlung von Gc-sichtsbildungen und Gebehrden, undalso ein daher entstehender eigenerTheil der Kunst, eine ganz möglicheSache sey. Warum sollte eineSammlung redender Gebehrden we-niger möglich und weniger nützlich
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