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das Ganze, als die Thcilc beurthci-len. Hiczu aber gehört eine richtigeKenntniß der Sitten, der Lebensart,der Geschäfte und der Gebrauche desLandes, dessen Gebäude man beur-thcilen will.
Findet man jedes der Natur undder Bestimmung des Gebäudes ange-messen, so ist man von dem Verstandund der Uebcrlegung des Baumei-sters versichert; und man weiß, daßweder Mangel noch Ueberfluß, auchnichts unschikliches vorhanden ist.
Jedes Gcbaud aber, zu welchemGebrauch es möge bestimmt scyn,muß Festigkeit, Regelmäßigkeit undt^urslkmic haben, auch muß jedesEinzele darin mit Fleiß gemacht undin seiner Art wol vollendet seyn- Al-les stehende muß senkrecht, und allesliegende waagerecht seyn; jeder schwe-re Theil muß seine vcrhälrnißmaßigeUntersuchung haben; hingegen mußau6; nirgend weder Starke noch Un-terstützung seylk, wo nichts zu tra-gen ist. Säulen oder Pfeiler, aufdenen nichts schweres ruhet, odersehr starke Unterstützungen, auf de-nen etwas ganz leichtes liegt, sindUngereimtheiten in der Baukunst,die den gemeinen Begriffen widerstrei-ten- Was sollen ricseumäßige Skla-ven, die aus-Nachahmung der Ca-vyarioen *) an den Thüren gemeinerWohnhäuser angebracht sind, umetwa einen leichten Balkon zu tra-gen. wie man an einigelt Häusern inBerlin sieht?
Ucberhaupt muß in jedem einzeln,zur Festigkeit oder zur Verzierung vor-handenen Theil, außer einem gutenVerhaltniZ auch die Absicht, warumer da ist, - die Augen fallen, undaus dieser Abs. eh ' muß seine Beschaf-fenheit beurtheik den. Eine Pro-be, wie eines jeden S 'ils Beschaf-fenheit und Verhaltniß aus seiner Ab-sicht zu beurtheilen sey, kann manans den zum Gebaike gehörigenThei-
*) S. Äaryatidcn.
G e b
lcn abnehmen, wovon die verschiede-nen Artikel nachzusehen sind*). Nochfinden sich verschiedene hicher gcho.rige Anmerkungen in dem ArtikelBaukunst
Gebehr den.
(Schöne Künste.)
5)ie verschiedenen Bewegungen undStellungen des Körpers und cinzelerGliedmaßen desselben, in so fern sieetwas Charakteristisches haben, oderAcußcrungen dessen sind, was in dceSeele vorgeht f). In gar viel Fal-len sind die Gebchrden eine so genaueund lebhaste Abbildung des inuernZustandcs der Menschen, daß manihre Empfindungen dadurch weit bes-ser erkennet, als der beredteste Aus-druk der Worte sie zu erkennen gebenwürde. Keine Worte können wederLust noch Verdruß, weder Verach-tung noch Liebe so bestimmt, so leb-haft, vielwcniger so schnell ansdrü-kcn, als die Gcbehrden. Also ißauch nichts, wodurch man schnel-ler und kraftiger auf die Gemütherwinken kann. Darum sind sie derHauptgegenstand der Künste, die aufdas Auge würken. Der Mahlcr hatwenig andre Mittel, als dieses,Empfindungen und Gedanken zu er-wcken; Redner und Schauspieleraber konneu durch die Gcbehrden ih-ren Vorstellungen ein Leben und eineKraft geben, die die, welche in denWorten liegt, weit übertrifft. Mankann ans dem, was uns einige Al-ten von den Pantomimen in Rom
erzah-
') S. Gcbcklkc; Fries; Drcyschlltz;
Sparrenköpfc.
") l Th. S. 44Z. 444. 445.
teempe xelkoz elk in corporis vel ro-cbis vel psrririm epis <zoo6>>>n moruer contormsrione rempursris. g?e.(Iionibus snimi vel veris, vel quesknzere volunr, 'sccommoclsrs, ens-yuc exprimens. Liccrv üe I>l»r. Oeor.v. II. c. iz.