Gar
bald breit, bald sanft fließend, baldrauschend. Auch wachse: Schilfundandres Wassergras darin. Mantrifft Mühlen und hydraulische Ma-schinen darauf an, deren Bewegungden Gegenden ein Leben giebt.
Diese Anmerkungen beziehen sicheigentlich nur auf große Lustgarten,die eine ganze Landschaft ins Kleinegebracht vorstellen. Wollte manden Grund zu einer richtigen Theorieder Gartenkunst legen, so müßte manvor allen Dingen die verschiedenenGattungen der Garten und den End-zwck jeder Gattung bestimmen. Dennehe man sagen kann, wie eine Sacheseyn soll, muß man wissen, was sieseyn und wozu sie dienen soll. DieTheorie der Baukunst konnte dabeyeinigermaßen zum Muster dienen.Wie man öffentliche Gebäude undPrivatgebaude hat; wie jene Kirchen,Pallaste, Rarhhäuser, diese Wohn-hauser, kleine Lusthäuser, Wirth-schaftsgebäude u. s. f. sind; und wiefür jedel Gattung die Große, Anord-nung und Verzierung aus ihrer Na-tur müssen bestimmt werden: so istes auch mir den Garten. Es giebtgroße öffentliche Lustgärten; Privat-lustgärren; Garten, die zugleich Lust-garten und wirthschaftliche Gartensind; kleinere und größere Blumen-garten u. s f. Diese Gattungen müß-ten vorerst bestimmt und das Wesent-liche jeder Gattung angezeigct werden.Hernach könnte man untersuchen, wiemancherlei) Annehmlichkeiten jedeGattung fähig ist, und wie sie dabeyso anzubringen sind, daß man sie dengrößten Theil des Jahres abwech-selnd genießen könne.
Zu einer vollständigen Theorie derGartenkunst werden außer dem, waseigentlich zur Kenntniß und zum Ge-fühl des Schönen gehört, ungemeinviel andere Kenntnisse crfodert. Einzuverlässiger Gartenarchitekt, wennich diesen Namen brauchen darf, mußgründlicheKenntnisse von der verschie«
Gar Zol
denen Natur des Bodens und Erd-reichs, von dem Einfluß der Lagedes Erdreichs auf die Bäume undPflanzen, von den Jahrszeitcn undden Abwechslungen, denen sie in ver-schiedenen Jahren unterworfen sind,haben; er muß ein guter Kräuter-und Blumenkenner, auch ein Forst-verständiger seyn, der nicht nurPflanzen und Bäume von aller Artnach ihrer Gestalt kennt, sondern vonihrer Natur, ihrem Wachsthum, ih-rer Daner, unterrichtet ist. SeineKenntniß der Naturgeschichte, und dermannigfaltigen schönen Scenen derNatur, gicb't ihm die Materialien andie Hand, aus denen er seine Gärtenzusammensetzen soll- Die nähereKenntniß von der.besondern Naturjeder Gattung der Gewächse dienetihm, jedes am rechten Ort anzubrin-gen und seine Anordnung so zu ma-chen, daß jede Jahreszeit alle, nachBeschaffenheit des Gartens mögliche,Annehmlichkeit darbiete.
Dieses gehört zu den wissenschaft-lichen Kenntnissen eines Gartenarchi-tekts, die er durch fleißiges Studirenund durch Erfahrung erlernen kann.Außer diesen aber muß er das garallen Künstlern nöthige Genie zurErfindung, den Geschmak zurAnordnung und Verzierung, denVerstand und die Bcurtheilungs-kraft, zum Schiklichcn, Dauerhaf-ten, und überhaupt zur Erreichungdes Vollkommenen in seiner Art, be-sitzen.
Und hieraus läßt sich hinlänglichabnehmen, daß zur Gartenkunst ebenso viel Talente und vielleicht mehr er-worbene Kenntnisse, als zu irgendeiner andern der schönen Künste crfo-dert werden.
Ueber das Wissenschaftliche! dieserKunst ist viel geschrieben worden, sodaß diesem Thcile wenig fehlet. InAnsehung des andern Thciles, dereigentlich das, was zum Grschiiiakund zur Erfindung gehört, betrifft.