Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
300
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Zoe» Gar

strähmen, kommen, mit einem Ge-räusche rühret, dessen Ursprung mannicht erkennt. Andremal machen sieein Gemäuer von Felsen, oder brin-gen sonst in Gebäuden und andernin dem Garten angebrachten Gegen-ständen Oeffnungcn und Ritzen so an,daß die durchstreichende Luft fremdeundscltsameTone hervorbringt. Fürdiese besondere Parthicn suchen siedie seltensten Bäume und Pflanzenaus; auch bringen sie in denselbenverschiedene llkcho an, nnd unterhal-ten darin allerhand Vägcl und selteneThiere.

Ihre fürchterlichen Scencn beste-hen aus überhangenden Felsen, dun-keln Grotten und brausenden Wasser-fällen, die von allen Seiten her vonFelsen herunter stürzen. Dahin se-tzen sie krummgewachsenc Bäume, dievom Sturm zerrissen scheinen. Hierfindet man solche, die umgefallen mit-ten im Strohm liegen, und von ihmdahin geschwemmt scheinen. Dortsieht man andre, die vom Wetterzerschmettert und versengt scheinen.Einige Gebäude sind eingefallen, an-dre halb abgebrannt, und einige elen-de Hütten, hier und da ans Bergenzerstreuet, scheinen Wobnstellcn arm-seliger Einwohner zu scyn. NachScencn von dieser Art folgen insge-mein wieder lachende und die chi-nesischen Künstler wissen immer schnel-le Abwechslungen und Gegensätze sichwcchsclsweise erhebender Scencn, so-wol in den Formen als in den Far-ben, und im Hellen und Dunkeln zuerhalten.

Wenn der Platz von beträchtlicherGroße ist und eine Mannigfaltigkeitder Sccnen erlaubet, so ist insgemeinjede für einen besonder» Gesichts-punkt eingerichtet; wenn dieses desengern Raumes halber nicht angeht,so suchen sie dem Mangel dadurch ab-zuhelfen , daß die Parthicn nach denverschiedenen Ansichten immer andreGestalten annehmen. Dieses wissen

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sie so gut zu machen, daß man die-selbe Parthie aus den verschiedenenStänden gar nicht mehr für dieselbeerkennen kann.

In großen Gärten bringt manScenen, die sich für jede Tageszeitschiken, an, und führt an schiklichenStellen Gebäude auf, die sich zu denverschiedenen jeder Tageszeit eigenenErgotzlichkeiten schiken.

Weil das Clima in diesem Landesehr heiß ist, so sucht man viel Was-ser in die Garten zu bringen. Diekleinen werden, wenn es die Lage zu-laßt, oft fast ganz unter Wasser ge-setzt, daß nur wenig kleine Inselnund Felsen hervorstchen. In großenGärten findet man Seen, Flüsse undCanäle. Nach Anleitung der Naturwerden die Ufer der Gewässer ver-schiedentlich behandelt: bald sind siesandig und steinig; bald grün und mitHolz bewachsen; bald flach mitBlu-men und kleinen Gesträuchen bekleidet;bald mit steilenFclsen besetzt, die Ho-len und Klüfte bilden, in die sich dasWasser mit Ungestüm wirft.

Bisweilen trifft man darin Flu-ren, woraufzahmes Vieh weidet, an,oder Reisfelder, die bis in die Seenhineintreten, zwischen denen man inKähnen herumfahren kann. An an-dern Orten findet man Büsche vonBachen durchschnitten, die kleine Na-chen tragen. Ihre Ufer sind an ei-nigen Orten dergestalt mit Baumenbewachsen, daß ihre Acstc von bey-den Ufern sich in einander schlingen,und gewölbteDeken ausmachen, un-ter denen man durchfahrt. Auf einersolchen Fahrt wird man insgemeinan einen interessanten Ort geleitet,an ein prächtiges Gebäude, etwa aufeinen terrassirten Berg, an eine ein-same Hütte auf einer Insel, an einenWasserfall, an eine Grotte.

Die Flüsse und Bäche der Gartennehmen keinen geraden Lauf, son-dern schlangeln sich durch verschiedeneKrümmungen; sind bald schmal,

bald