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der ganzen Hohe ausmachen; da sieaber beyde noch eine merkliche Stärkehaben müssen, so müssen sie auchnicht so klein seyn, daß ihre Hohevor der ganzen Hohe des Körpersunbemerkt verschwinde, welches viel-leicht geschehen würde, wenn beydeweniger, als den zwölften Theil desganzen Körpers ausmachten.
Es erhellet hieraus, daß man demFuß nicht wohl mehr, als den zehn-ten oder zwölften Theil der Höhe desKörpers, und nicht wol weniger, alsden 2oten oder -yten Theil derselbengeben könne. In den Säulen, woman am meisten auf ein mit hinläng-licher Festigkeit verbundenes schönesAnsehen beflissen gewesen, trifft mandie größten Füße nicht über den vier-zehnten Theil, und ihr geringstesMaaß nicht über den 2ceten Theil derganzen Lange an. Ihre Ausladungaber kann aus der Höhe bestimmtwerden. Wenn sie zu gering ist, sobemerkt man sie kaum; zu stark gicbtsie das Ansehen der Zerbrechlichkeit.Der fünfte bis sechste Theil seinerHöhe scheinet die beste Größe derAusladung zu seyn. Die Säulcn-siühlc haben größere Füße; denn siemachen oft den vierten oder fünftenTheil dcr Höhe aus. Allein mankann diese Füße zugleich für dieFüße der ganzen Ordnung halten.Dey einem ganzen Gebäude kann derUntersatz oder die Plinthe nicht wolkleiner, als der zwanzigste Theil derHöhe seyn.
Wenn ein Fuß ganz platt ist, sowird er die Plinthe gcnennt; ist eraber mit Gliedern verziert, so wer-den diese zusammen das Fufizefimsgenennt.
Fuß.
(Dichtkunst.)
Ein kleines, aus zwey, höchstensvier Sylbcn bestehendes Glied derRede, welches nur einen einzigen Ac-
F u ß
cent hat. Den Ursprung der Füßein jeder Rede, und die Nothwendig-keit ihrer Abwechslung für den Wol-klang, haben wir anderswo gezei-get *). Hier werden also nur diebesonder» Arten der Füße betrachtet.
Die Sylbcn sind sowol durch dieLange und Kürze der Zeit, als durchdie Höhe und Tiefe des Tons, worinsie ausgesprochen werden, von einan-der verschieden. Die Griechen undRömer sahen bey Bestimmung ihrerFüße auf den ersten Unterschied; alleneuern Völker aber nehmen sie haupt-sachlich von dem andern her. DieserSatz verdient um so mehr einer ge-nauen Ausführung, da er sclbstvonDichtern nicht allezeit, wie es seynsollte, in Ucberlcgung genommenwird. Wir haben unfern Füßen ebendie Namen gegeben, womit die Al-ten die ihrigen benennt habe»; daherman sich insgemein einbildet, daßwir in unsrer Dichtkunst die Füße derAlten beybehalten haben.
Man muß aus allem, was wirvon den ältesten Gedichten der Grie-chen wissen, schließen, daß ursprüng-lich der Vers blos für die Musik istgemacht worden, und zwar so, daßjeder Fuß einen Takt ausgemachthabe. Vey dem Takt aber ist die ge-naue Abmessung der Zeit das Wesent-liche; daher in dem griechischen Fußalles auf die Lange und Kürze derSylbcn ankam. Zwey kurze Sylbenmußten in eben der Zeit ausgespro-chen werden, als eine lange, so wiein unserm Gesang zwey Viertelnotengerade die Zeit wegnehmen, als einehalbe. ^Demnach kam in der grie-chischen Musik ursprünglich auf jedeSylbe ein Ton. Ihre Töne oder No-ten waren entweder halbe oder Vier-teltakte, nach unsrer Art zu reden.
Wiewol sich dieses in den spaternZeiten geändert hat, so finden wirdoch, daß noch immer auf einen Fuß
des
S. Vers.