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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
283
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Fuß

Gegenwart andrer für sich laut redet,zumal Sachen, die er den andern zuverschweigen hat, so muß das Luvsich mit großer Behutsamkeit ange-bracht werden. Wenn es etwa inbloßen Gebehrden besteht, die bis-weilen eben so redend sind, als dieWorte, so geht es leichter an, siedem andern zu verbergen-

Die alten tragischen Dichter, wel-che sich am nächsten an der Natur ge-halten, haben sich derselben wenigerbedienet, als die neuer». Im Lust-spiel hat Plantus ihren Gebrauch oftübertrieben. Man sollte sie nirgendanbringen, als wo es die Nothwcn-digkcit schlechterdings crfodert.

Oft glauben die comischcn Dich-ter, daß sie durch Anmerkungen, diecrwa eine Nebenperson, wie ein Be-dienter, für sich macht, das, waseine Hauptperson sagt, lacherlich ma-chen können! Mcistcntheils aber fal-len diese Scenen in das Frostige.

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Von dem Für sich, oder bc» Seite(zpzrre) im Lustspiel, handelt Cailhava,in seiner Hrc Ig Lvmeäic, im zztcnKap. dcS itcn Theils, und nimmt es nichtallein sehr geschickt in Schutz, sondern zeigtauch eine neue, glückliche Art desselben an.lind so gar Scaligcr hatte schon sich seiner,im Lustspiele (ltoer. k-.VI. c. z. S. 767.Ausg. von i;g>) angenommen. Auchhandelt Aubignac, im ytcn Kap. des ztcnBuches seiner proriguc llu ck'dcZtre l'.I,S. ZZ4. ^mll. 1715. 3. davon.

Fuß.

(Baukunst.)

Derjenige Thcil eines stehenden Kör-pers, init welchem er auf dem Grund,der ihn tragt, aufsteht. Jeder ste-hende Körper, der dasAnschen einesGanzen haben soll, muß einen vonseinen übrigen Thülen unterschiede-nen Fuß haben, damit man deutlichbemerken könne, daß ihm von unten

Fuß 2uz

zu nichts fehle, und daß er ganz sey.Eine Säule, deren Schafft ohne Fußauf dem Grunde steht, sieht wie einabgebrochenes Stük aus; ein Haus,das gegen den Grund keinen Fußhat, wie wenn es in die Erde gcsiin-ken wäre. Es ist deßwcgen zum gu-ten Aussehen unumgänglich nothwen-dig, daß ein stehender Körper einenFuß habe; und man kann es durchkeine einzige gute Regel des Ge-schmaks rechtfertigen, daß die grie-chischen Baumeister bisweilen dori-sche Säulen ohne Fuß gemacht ha-ben, wie an den Tempeln des The-seus und der Minerva in Athen.

Die allgemeine Beschaffenheit desFußes an stehenden Körpern kannaus dem Grundsatz der Festigkeit her-geleitet werden. Wenn der Fuß et-was hervorsteht, und dem stehendenKörper eine etwas breitere Grund-fläche macht, so steht dieser fester.Folglich ist es in der Natur unsrerVorstellungen gegründet, daß derFuß etwas breiter, als der über ihmstehende Thcil des Körpers sey; da-her kommen an den Häusern dicPlm-then, an den Säulen und Pfeilerndie Fußgcsimsc. Die Natur hatschon die ersten Baumeister daraufgeleitet. Man findet die Füße inden ältesten ägyptischen, in den go-thischen, arabischen und chinesischenGebäuden.

Es müssen aber, sowol in derHöhe des Fußes, als in seiner Aus-ladung, gewisse Verhältnisse beob-achtet werden. Es muß da wederzu viel, noch zu wenig ftyn. Wäreder Fuß so groß, daß er einen merk-lichen Thcil des Körpers, den viertenoder fünften Theil seiner Höhe ein-nähme, so würde man ihnnichtblosfür den Fuß halten; denn der Kopfund der Fuß zusammen müssen blos,als kleine Thüle eines großen Kör-pers, erscheinen. Dcrowegcn kön-nen beyde zusammen in einer Höhenicht wol mehr als den fünften Thcil

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