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des Verses ein Takt in der Musik ge-nommen worden. -Hora? ^) sagt:
— l'olllc» re^uin
czn!c pelle rcr percullo.
Wobcy ein Scholiast anmerket, daßdas Gedicht ans jambischen Trime-tris bestanden habe, so daß jederJambns ein Takt gewesen. Dem-nach haben die Alten bei) ihren Füs-sen blos auf den Takt gesehen.
Bcy den Nenern ist es ganz an-ders, ob wir gleich die Benennungender Alten beybehaltcn haben, undunsrc Füße nach langen und kurzenSylben rechnen. Denn es ist offen-bar, daß wir den höhcrn Ton einelange Sylbe, den tiefern eine kurzenennen, ohne alle Rüksicht auf dieZeit. Daher kommt es, daß unsreeinsylbigen Worter, sie seyen so langals sie wollen, in sich ganz unbe-stimmt sind, und nach der Verbin-dung bald zu langen, bald zu kur-zen Sylben gemacht werden. Sosind die Worter Macht, Rrast u. d.gl. in Ansehung der Zeit unstreitiglange Sylben; aber nach unfernVersen sind sie gleich geschikt, langeoder kurze Sylben des Fußes vorzu-stellen.
Es ist also eine bloße Einbildung,daß wir die Prosodic der Alten inunsrcr Sprache haben. Da wir in-dessen die alten Benennungen auchbcy uns eingeführt finden, so wollenwir sie nicht andern, und eine langeSylbe die nennen, worauf der Acccnt,oder derNachdruk in der Ausspracheliegt, eine kurze aber die, welche denNachdruk nicht hat; ob wir gleichnicht in Abrede seyn wollen, daßauch Sylben ohne Accent gar oftnicht wol anders, als lang seyn kön-
*) Serm. I. 10.
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nen, wie die letzten Sylben in denWörtern Wahrheit, Äarheir, diewürkliche Spondeen sind.
Es geht nicht wol an, daß manmehr als drcy Sylben ans einen Fußrechne; denn wir sehen, daß inviecsylbigcu Wörtern schon mehrcn-theils zwen Accente gesetzt werden,so daß sie schon nicht mehr, wie einFuß angesehen werden. Doch gicn-ge dieses noch bisweilen an; aberfünfsylbige Füße sind nicht mehrmöglich.
Demnach sind die Füße zweysyl-big oder dreysylbig, könnten auch al-lenfalls viersylbig seyn. Die in un-srer Poesie am gewöhnlichsten vor-kommenden Füße sind, jeder unterseinen, eigenen Namen, naher be-trachtet worden.
Fuß.
(Musik.)
Aa der Gesang einen noch genauerabgemessenen Gang hat, als derVers, so hat er auch seine Füße.Eigentlich ist jeder Takt ein Fuß;daher in der Musik die Füße in zwey,Hauptgattungen eingetheilt werden,nämlich die, die eine gerade AnzahlSylben haben, und die, die eineungerade Anzahl haben H. Abe«:da in der Dichtkunst nur zwcyer--ley Gattungen Sylben sind, langeund kurze, so hat die Musik man-cherlei) lange und auch mancher-lei) kurze Sylben; daher sie eineweit größere Mannigfaltigkeit derFüße hat, als die Dichtkunst.Die nähere Betrachtung der Füßein der Musik wird im Artikel Takxvorkommen.
') S. Takt.
G.