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schmaks, weil es sehr beleidiget.Das parturlunt mcmres hat immerdabey statt; man wird bosaufdenKünstler, und kehrt das Auge vonseinem Werke weg. Also ist kaumein Fehler, vor dem man sich sorgfal-tiger in Acht zu nehmen habe. Deß-wegcn hat Aristoteles in seiner Rhe-thorik einen eigenen Abschnitt, umdie Ursachen des Frostigeil zu unter-suchen.
Der allgemeine Grund alles Fro-stigen ist der Mangel der Beurthei-lungskraft, bey der Begierde etwasaußerordentliches und besonders kraf-tiges hervorzubringen. Was Longi-nus hierüber sagt, verdient erwogenzu werden *). Dieser allgemeineMangel der Beurtheilung wird aufverschiedene Weise eine Quelle desFrostigen.
Erstlich, wenn man sich einbildet,durch bios äußerliche Mittel, die denSachen nicht einmal angemessen sind,ihnen Kraft zu geben, als: wennman gemeine Gedanken durch hoheWorte, oder durch einen hochtra-benden Ton erheben wollte.
Zweytens, wenn figürliche Redens-arten, Tropen und Bilder, wodurchdie Sachen lebhafter sollten gemachtwerden, da, wo sie gebraucht wer-den, nicht passen.
Drittens, bey übel angewandtemoder übertricbcnemLeidenschaftlichen:wenn man gleichgültigen Dingeneinen Anstrich des Ernsthaften, oderTraurigen, oder Lustigen geben will)oder wenn überhaupt dieses Leiden-schaftliche blos aus Verstellung, undnicht aus würklicher Empfindungherkommt.
Nicht nur Redner und Dichter,sondern auch andre Künstler, könnenin alle Arten des Frostigen fallen.Die Schauspieler können bey denschönsten Sccncn sehr frostig werden,wenn sie da, wo sie blos Würde zei-gen sollen, hochtrabend sind; wenn
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sie, anstatt stiller Große, einen feuri-gen Ausbruch der Empfindungen äus-sern; wenn sie lächerliche Geben-den, und einen lächerlichen Ton an-nehmen, wo gar keine Ursache zumLachen ist u. s. f. Nicht selten fallendie Tonscher in das Frostige, wennsie sich zu sehr an einzele Worte bin-den, und wenn sie, zumal am un-rechten Orte, so genannte Mahle-rten anbringen
Die sichersten Mittel, sich allezeitvor diesem Fehler zu verwahren, sind:erstlich eine genaue Aufmerksamkeitauf das, was natürlich und schik-lich ist; denn jede Art des Frostigenhat etwas unnatürliches: zweytensder Vorsatz, nie mehr auszudrehen,als so viel man selbst fühlt; denn ge-rade da, wo man andre warm oderlebhaft machen will, da man es selbstnicht ist, entsteht insgemein dasFrostige: drittens die genaue Erwä-gung der Wichtigkeit jeder Sache;weil man fast allezeit frostig wird,wenn man etwas geringes als wich-tig vorstellen will.
(*) Von dem Frostigen (l)c khigistoin 0r--r.) hat, unter andern, Frdr.Gotth. Freytag, eine DiSyut, Uips.1719. 4. geschrieben.— Auch gehört, ingewisser Art, hieher, Swifts Schrift:»kx, /Zö,Ac>l,5 vr rlie /)rc cit ilnlcinß in?oerr)', zuerst in Pope's loliscellznier,Uon<l. 1727. 8. z B. und nachher sehroft einzeln, so wie in Swifts Werken,gedrukt; deutsch, mit der Aufschrift, Anti-Lvngin, oder die Kunst in der Poesie zukriechen .... Leipz. 1774. ». Von Joh.Joach. Schwabe.
Fruchtschnur; Festou.
(Baukunst.)
Eine Zierrath in der Baukunst, dieaus an einander Hangenden Früchten
und
*) Mahlcrcy in der Musik.