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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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dcnschaft, wäre noch viel zu sagen,wenn hier Regeln etwas helfen könn-ten. Das große Gehcimniß dazu zugelangen ist, überhaupt einen feinenGeschmak zu haben, und diesen durchdas Studium der besten Muster nochsicherer zu machen. Maßige Freudeist oft geschwatzig, offenherzig undnaiv; in großen Freuden aber drüktman sich kurz, äußerst nachdrüklich,feurig und abgebrochen aus. ZumAusdruk großer Freuden wird beson-ders Ueberlcgung und Geschmak crfo-dert. Was für mancherlei) Schatti-rnngcn liegen nicht zwischen den aus-sersten Gränzen, nämlich den Aeus-serungen dieser Leidenschaft, wie siesich in dem rohen und pöbelhaftenFreudcngeschrey wilder Menschen zei-get, und dem Betragen der Personenvon höherer Denknngsart, bei) de-nen die empfindlichsten Freuden sichkaum durch äußerliche Merkmale anden Tag legen! Hierüber kann nach-gesehen werden, was von der Mäßi-gung des Ausdruks überhaupt in denArtikeln Ausoruk und ^.eidenschasterinnert worden.

F r i e s.

(Baukunst.)

Ist der mittlere Theil eines Gebal-kes, zwischen dem Unterbalken unddem Kranz *). Er stellt den Raumvor, den die Köpfe der zum oberstenBoden auf den Unterbalken gelegtenBalken, und die Oeffnungen zwi-schen denselben einnehmen. Mannennt ihn in, DeutfHerf auch denDorren, welches mit seinem griechi-schen Namen ein Gürtel, über-einkommt. Seine Höhe ist in ver-schiedenen Ordnungen, und auch inderselben Ordnung in verschiedenenGebäuden, bald etwas größer, baldetwas kleiner, ohne sich merklich vondem dritten Theil der Höhe des gan-zen Gebälkes zu entfernen.

*) S. Gcbstlke.

F r i

In ganz einfachen Gebäuden istder Fries eine blos glatte Streifst,über welcher man zwei) oder drey klei-ne Glieder setzt, die sich au dasRinn der Rinnleiste anschließen; inzierlichen Gebäuden aber wird derFries auf mancherlei) Art verzieret.Von seiner Verzierung in der dori-schen Ordnung ist in den ArtikelnDorisch und Drez'schliy gesprochenworden. In den andern Ordnun-gen wird der Fries mit allerhandSchnitzwerk ausgcziert: mit Frucht-schnürcn, niit Thicren und Thicrge-fechten, (daher vermuthlich der Na-me ^opkorur kömmt, womit Vitru-vius dcnFricsbenennt;) mit mensch-lichen Figuren, mit Waffen oderGcräthschaftcn, mit bloßen Aus-höhlungen oder Rrinncn, bcrglei-chcn an Säulen angebracht werden.Es ist also kaum ein zur Eäulenord-nung gehöriger Theil, bey dessenVerzierung die Baumeister ihrer Ein-bildungskraft freyern Lauf lassen.Man kann bey rvinkolinaun ») se-hen, wie mannigfaltig schon die Al-ten diesen Theil behandelt haben.Palladio macht ihn bauchig wie ei-nen Pfühl.

Der Fries schikt sich auch sehr wolzu Aufschriften. So sind an der Ro-ronva in Rom, und an dem berlini-schen Opernhaus, an dem Fries derHalle, die Aufschriften. Bisweilenwerden auch ovalrunde Oeffnungen,die man Ochsenaugen nennt, darinangebracht, um kleinen, über denHauptzimmern liegenden Kammerndadurch Licht zu geben. Sie könn-ten auch vierekigt, wie die Metopcnam dorischen Fries, gemacht werden,und sind um so viel schiklichcr, da sieden offenen Raum zwischen zwei)Balken vorstellen. Dergleichen kleineFenster in dem Fries geben die natür-lichste Gelegenheit, kleine Zwischen-

kam-

Ucbcr die Baukunst dee Alten S. 5?u. ff.