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und Jubel empfangt; man genießein Gedanken nur einen Augenblikdie überfließende Freude, die diesenMann alsdenn mit Seligkeit erfül-let: so wird auch zugleich ein bren-nendes Verlangen entstehen, eine sol-che Glükseligkeit zu genießen- Dieseeinzige Anmerkung scheint hinläng-lich, den epischen und dramatischenDichtern die Winke zu geben, wie siedie Freude in ihren Werken behan-deln müssen.
Hiebep entsteht ganz natürlich derGedanken, daß die Tragödie oder dashohe Drama, dessen Ausgang einevollige und allgemeine Freude wäre,von großer Wichtigkeit styn konnte.Jede große Thar, wodurch ein Volk,oder eine betrachtliche Anzahl Men-schen glüklich geworden, konnte denStoff zu einem solchen Drama ge-ben. Und der epische Dichter hatwohl schwerlich irgendwo sichrere Ge-legenheit, die wichtigsten Empfin-dungen zu erweken, als wo er Natio-nalfreuden zu beschreiben hat. Werist so fühllos,, daß er sich nicht anTenophons Stelle zu seyn wünschte,in der Stunde, da die, meistentheilsdurch feine Klugheit und Tapferkeitgeretteten zehntausend Griechen, zu-erst das Meer wieder sahen, an des-sen Küsten sie Freunde, Laudsleuteund vollige Sicherheit zu erwartenhatten? Wer kann die Geschichtevon der Befreyung der Stadt Wiendurch den großen Sobieskp lesen, oh-ne von vielen wichtigen Empfindun-gen und Gedanken durchdrungen zuwerden? Dergleichen Materie zurFreude geben die Geschichten fast al-ler Volker, und die epische Poesiekann dieselbe vorzüglich nützen.
Große Freuden, die wir an andernMenschen sehen, können auch dieWürknng auf uns haben, daß siedas Gemüthe menschlicher und wol-thatigcr machen. Man sollte den-ken, ein Tyrann selbst müßte der Tp»ranney entsagen, wenn er die große
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Sccne ließt, die Plutarchus und Li-vius beschrieben, da der römischeFeldherr Flaminius dem ganzen ver-sammelten Griechenlande durch He-rolde die Frcyheit öffentlich hat an-kündigen lassen. Es scheinet, alswenn Menschen, indem sie in festli-chen Freuden begriffen sind, etwasgeheiligtes und unverletzliches an sichhaben, daß sich auch der ruchlosesteMensch ein Gewissen daraus machenmüßte, sie darin zu stöhren. Alsohat die Freude andrer Menschen über-haupt auf gute Gemüther die Wür-kung, daß man diesen Menschen ge-wogen wird, sich bereit findet, ihreFreude mit zu geuießen, und womöglich die Quelle derselben nochvoller fließen zu lassen. Hingegenflößen ungezogene Freuden, die Leicht-sinn oder wol gar Muthwillen undungezogene Schwelgercy zum Grundehaben, Verachtung ein.
Diese wenigen Anmerkungen kön-nen einem verständigen Künstler zurRichtschnur dienen, wie und bei) wel-chen Gelegenheiten er die Freude zuseinem Stoff nehmen, oder nur inseine übrige Materie cinflcchten soll.Was hier besonders für die Dichtergesagt zu seyn scheinet, dienet auchdem Mahlcr, dessen Werke auf sehrverschiedene Weise von freudigemInhalt seyn können. Die Erinne-rungen, die wir den Dichtern dersinnlichen Freuden von dem rechtenGebrauch und Mißbrauch dieser Lei-denschaft gegeben haben, könnendem Mahler auch ganz dienen, dergerade so, wie der Dichter, entwe-der sich als einen platten Schweiger,oder als einen feinen Kenner geistrei-cher Freuden zeigen kann; und ausdem, was wir den epischen und dra-matischen Dichtern gesagt haben,kann auch der Mahler lernen, wie erdie Freude in einem hohen Styl be-handeln müsse.
Von dem natürlichen, und wo esnöthiz ist, edlen Ausdruk dieser Lei-den-