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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
267
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F r e

mons Natur und Kunst in Gemählöen,

S. 47).

Was die berühmten Künstler darin an-bctrist: so sind diese, da vor der Erstmdung der Oelmahlerey, die Freseomah-lercy von den uicisten Wählern actrie-ben wurde, Hey dem Art. -Historie zusuchen.

Freude.

(Schöne Künste.)

Aie Freude ist ein hoher, die Seeledurchdringender Grad des Vergnü-gens, das aus einem ungewöhn-lichen, oder plötzlichen Gefühl derGlückseligkeit entsteht. Sie scheinetdas höchste Ziel der Wünsche desMenschen zu seyn. Wenigstens istsonst keine Leidenschaft, die so ganzGenuß » ohne Bcymischung von Un-ruhe und von anderm Bestreben wäre.Da sie ans der Vorstellung entsteht,daß alle Wünsche erreicht sind, sowünscht, und hofft, und fürchtet dasganz freudige Herz nichts mehr, son-dern überlaßt sich ganz dem gegen-wärtigen Genuß. Daher kommt es,daß der Mensch, indem er die Freu-de genießt, ein gutmüthigcs, gefäl-liges und durchaus angenehmes Ge-schopfist, mit dem man beynahc ma-chen kann, was man will. Dennda er selbst währender Freude audem Ziel seiner Wünsche zu feynglaubt, so sucht er für sich nichtswehr, hat kein eignes Interesse, undwenn ihm noch etwas zu wünschenübrig bleibet, so ist es dieses, daßnun auch alle Menschen so glücklich,wie er selbst seyn mögen. Nurmuß man ihn in seiner Glückseligkeitnicht stohren; denn weil die Freudenatürlicher Weift unbedachtsam,leichtsinnig und dabey schnell ist, sokonnte sie auch leicht in wüthcndeRache ausbrechen.

So erwünscht die Freude deinMen-schen ist, so oarf er sich doch nichtbeklagen, daß ein betrachtlicher Grad

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derselben selten kommt, und nichtlange anhält; denn dieses würdeihm mehr schädlich, als nützlichseyn. Große Freude spannt alleSayten der Seele ab, weil sie nichtswünscht und nichts sucht. So wieder Mensch, der von Kindheit aufnie gefühlt hat, daß ihm etwas fehlt,natürlicher Weise leichtsinnig, trägund unbesonnen wird, und sich sehrwenig über die Sinnlichkeit erhebt:so würde es der, der lauter Freudengenoffen hat, noch vielmehr werden,da ihm gar alle Gelegenheiten zurAnstrengung seiner würkendcu Kräftebenommen waren.

Dessen ungeachtet aber kann dieseLeidenschaft, wenn sie nur zur rech-ten Zeit crwckt wird, ganz wichtigeFolgen haben, wie z. B. alle öffent-liche Freuden, da man in religiösenoder politischen Fcyertagcn eine glük-liche Begebenheit fcyert. Daß einganzes Volk seine Glükscligkcit erken-ne und sich derselben erfreue, ist inmehrern Absichten wichtig; weil die-ses Gefühl sehr vorthcilhaften Ein-fluß auf den Charakter dieses Volksund auf seine Handlungen hat. Dakönnen die schonen Künste, besondersMusik, Poesie und Beredsamkeitgroße Dienste thun. Oden und Lie-der, die durch Vorstellung des Na--tionalglüks zur Freude ermuntern,sind unter die wichtigen Werke, derKünste zu zählen. Horaz hat dieRomer mehr als einmal zur Freudeüber ihr Glük ermuntert *), und diedahin abzielenden Oden gehören un-ter seine vornehmsten Werke. Wennwir die paane der Griechen noch hät-ten, so würden wir vielleicht begrei-fen, daß mancherSieg dieses außer-ordentlichen Volks hauptsächlich denFrcndcngcsängen, womit sie ihreSchlachten angefangen haben, zu-zuschreiben seyn mochte.

Der

») Z.B.imi P.d!ez7.U!P.l4. vi, 5.