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2 (1792) [E - J]
Entstehung
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Schwierigkeit, die man dabey an-trifft. Die Farben aller andern Kör-per gehören ganz zu ihrem äußernund zufälligen; es scheinet aber, daßdie Natur, wie die Form des Kör-pers, also auch seine Farbe mitdem Geist gleichsam verwebt habe.Schon die Farbe allein drükt das Lc.ben aus; folglich auch die vcrschic-denen Stufen und Kräfte des Le-bens, mithin auch einen Theil desCharakters der Menschen. Der Bild-hauer kann nie die ganze Seele sicht-bar machen. Dieses beweist diehöchste Wichtigkeit dieses Theils derKunst; die ungemeine Schwierigkeitaber lernt man begreifen, wenn manversucht, sowol die Hauptfarben,als die unnennbaren Mittelfarben,mit welchen die Natur den mensch-lichen Körper bemahlt, anzugebenund zu nennen. Was für ein fei-nes Gesicht muß der Mensch ha-ben, der nur etwas davon erkennenwill. Was für scharfsichtige Beob-achtungen mußte nicht Titian ge-macht haben, ehe er auf die Grund-sätze gekommen, dieMengs in seinenFleischfarben entdckt hat.EinFleisch, das viel Mittclteints hatte,machte er überhaupt im Mitteltcint,dasjenige, so deren wenig hatte,machte er fast ohne Mittcltcinten.So das Rechliche fast ohne andreTeints, (dieses versteht sich allezeitncbstderNachahmung dcrWahrhcit;)und gleicher Weise in jeder übrigenFarbe *)"

Es ist also kein Theil der Farben-gcbung wichtiger und keiner schwerer,als dieser; denn wenn man alle an-dern vollkommen besäße, so müßteman diesen noch ganz besonders stu-dircn, und zu dem Ende ein unab-läßiges und scharfes Studium derNatur, mit tausend nachahmendenVersuchen verbinden. Man hat in

') Mcngs Gedanken über die Schön-heit und den Gcschmak in der Mab»lercy, S. 5?.

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jedem andern Theil der Kunst einegrößere Anzahl vollkommener Meistergehabt, als in dieser, wo man außerTitian und van Dyk wenige zu nen-nen hatte.

Die Farben des Fleisches sindnicht nur von allen Farben die, dieman am wenigsten bestimmen kann,sondern auch die, deren frisches undliebliches Wesen am zartesten ist.Folglich muß ihre Behandlung höchstleicht und frei) seyn. Wer durchvieles Mischen, durch viel Verrei-ben, durch mancherlei) Wendung desPinsels, sie zu erhalten sucht, findetsie gewiß nicht. Wer am Nakendenmahlt, und noch ungewiß ist, wieer es erreichen soll, wird es nicht er-reichen. Durch eine genaue Beob-achtung der Natur und ein scharfesNachdenken, muß man sich Regelnmachen, ihnen mit Sicherheit folgen,und so lange man nicht den erwünsch-ten Erfolg davon sieht, sie durchneue Beobachtungen z» verbessern su-chen. Dieses ist vcrmuthlich der ein-zige Weg, in diesem Theile der Kunstzur Vollkommenheit zu gelangen.

L.airrsie hat über die Fleischung,wie über verschiedene andre Zweigeder Kunst, Regeln gegeben, die dem,dessen Genie sonst für diesen Theil derKunst die gehörigeWcndung hat, dasStudium etwas erleichtern könnten.Aber alle Regeln, die man nichtselbst entdeket, oder deren Gründlich-keit man nicht durch eigenes Nach-denken einsieht, können hier nichtshelfen.

Fließend.

(Schöne Künste.)Dasjenige, was unsreVorstellungs-kraft ohne alle Aufhaltung und Hin-dernis in einem gleichen Grad derStärke unterhält. Der Ausdruk istvon einem sanft fortfließenden Was-ser genommen, dessen maßige Ge-schwindigkeit überall gleich ist. ManQz sagt