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würken soll, muß auch stark, undfür die Nahe grob und roh scyn.
Eben dieses muß man auch für dieGegenstände bemerken, die zwar dasAuge in der Nahe hat, die aber inVergleichung andrer auf demselbenGemahlde weit entfernt sind.
Zweytcns ist der Fleiß unnütze,wenn ein Gegenstand blos im Gan-zen genommen würken soll. Gesetzt,eine Landschaft sei) in der Natur bloswegen einer sehr schonen Austheilungdes Hellen und Dunkeln, oder wegender schönen Harmonie der Farben an-genehm : so hat der Mahlcr seinenZwek völlig erreicht, wenn er diesesdarstellt, und hingegen keinen einzi-gen einzeln Theil, weder in seinerZeichnung noch besondern Erleuch-tung, mit Fleiß ausführt. Eben so,unnütze wäre der Fleiß, den ein Ton-setzer auf jede einzcle Stimme in ei-nem Chor oder Tutti wenden wollte,da der Gesang im Ganzen würkenmuß. Dieselbe Beschaffenheit hat esmit einer Rede oder einem Haupt-theile derselben, da die Aufmerksam-keit blos auf die allgemeine Beschaf-fenheit einer Sache gehen soll. Wennman da auf jeden besonder» BegriffFleiß wenden, jedes einzele Wort,oder jeden einzeln Satz vollkommenfleißig bearbeiten wollte, so wäre die-ses eine unnütze Mühe.
Der Fleiß, den man in solchenFallen aufNebcnsachen wenden woll-te, wäre auch sehr schädlich. Erwürde unsre Aufmerksamkeit demGanzen entziehen. Wer einen Hel-den vorstellen wollte, dessen Größein den Gesichtszügen und der Stel-lung müßte bemerkt werden, würdeseinem Werke schaden, wenn er dasGewand, oder die Waffen, so fleißigbearbeiten wollte, daß sie das Augenothwendig auf sich zögen. Es istdemnach eine große Klugheit, denNebensachen den Fleiß zu entziehen.Dies ist die äoÄa negligentia vieler
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Alten "N Wer in einer Rede, darinvon einer sehr wichtigen Angelegen-heit gehandelt wird, eine solche Zier-lichkeit, einen solchen Klang und sol-che Feinigkcit der Ausbrüte brauchenwollte, daß die Aufmerksamkeit desZuhörers auf diese Sache gelenkt wür-de, der müßte seinen Zwek nothwen-dig verfehlen.
Wir können also überhaupt dieseRegel festsetzen, daß der Fleiß überallschädlich sey, wo er die Aufmerksam-keit von der Hauptsache abzieht, essey, daß sie auf Nebensachen, odergar von dem Werke auf den Künstlerund dessen Bearbeitung, gegen dieAbsicht gclenket werde.
Wenn ein Redner sich über eineAnklage rechtfertigen und beweisenwollte, daß er ein redlicher Mannsey, so würde er seines Zweks verfeh-leil, wenn seine ganze Rede so künst-lich und so fleißig wäre, daß derZuhörer nur darauf Achtung gäbe.Auch da ist der Fleiß schädlich, wenner in Trokenheir und Mühsam-keit ausartet; denn beyde sind derLeichtigkeit und Leerheit entge-gen. In allen kleinen, artigen undin blos ergötzenden Gegenständen istder Fleiß gut, wenn er nur mit hin-länglicher Frcyheit und Würkungdes Ganzen verbunden wird, wie inden Werken eines G. Dorv, undFr. Mieris.
Fleischfarbe.
(Mahleeev,)
Nie Farbe des Nakenden am mensch-lichen Körper. Die natürliche Nach-ahmung dieser Farbe in den Gemähl-den ist einer der wichtigsten Theileder Farbengebung; nicht nur, weilder Mensch der vornehmste undschönste Gegenstand der Mahlerei)ist, sondern auch wegen der großen
Schwie-
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