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den. Es beleidiget uns durch denWiderspruch, den wir zwischen demWesen der Sache und der Art ihrerDarstellung bemerken, und fallt dem-nach ins Lächerliche.
F e y e r l i ch.
(Schöne Künste.)3??an nennt dasjenige feyerlich, wasdie Empfindung eines hohen Gradesder Ehrfurcht und einer bewundern-den Erwartung crwckt. Es ist einfeyerlicher Anblik, eine große Men-ge zum Gottesdienst versammelterMenschen stillschweigend, und in dergrößten Andacht auf ihren Knien lie-gen zu sehen. In den schönen Kün-sten ist das Feyerliche eines von denkräftigsten Mitteln die Gemächer mirEhrfurcht zu rühren, die Erwartungzu erweken, und den Vorstellungenden höchsten Nachdruk zu geben.
Es ist aber seiner Natur nach nurin erhabenen Gegenständen zu suchen,weil nur diese Ehrfurcht und Be-wundrung erweken; in Handlungen,wo die Gottheit sich in ihrer vollenMajestät zeiget; auch in solchenHandlungen, wo das gänzliche Schil-fa! vielerMcnschcn durch einen gluk-lichcn oder unglüklichen Augcnblik zuentscheiden ist; in Hymnen, in geist-lichen Oden und festlichen Liedern.
Das Feyerliche liegt entweder inden Vorstellungen selbst, oder indemTon, darin sie vorgetragen werden.Im erstem Fall ist es eine besondereGattung des Erhabenen, das alle-mal ans Vorstellungen entsteht, dieuns mit großer Ehrfurcht erfüllen,oder in höchst wichtige Erwartungensetzen. Dieses Feyerliche hängt vondein Genie und einer großen Den-kungsart des Künstlers ab. Derfeyerliche Ton aber ist die Würkungder mit einem feinen Geschmak ver-bundenen Begeisterung. Niemandhat jemals diesen Ton so völlig undso mannigfaltig getroffen, als Klop-
F i g ssc,
stok, der darin allein zum Muster die-nen kann. Es würde sehr vergeblichseyn, alle die kleinen Hülfsmitteldes Ausdruks und des Sylbcnmaas-ses, woraus der feycrliche Ton ent-steht, aus einander setzen zu wollen;dieses läßt sich Keffer empfinden, alsbeschreiben. Wir setzen nur ein ein-ziges Beyspiel her, das schon HerrSchlegel, als ein Muster des feyer-lichen Tones augepricsenchat *).
Der Erdkreis ist des Herrn, und sein findseine Heere,
Der Erdkreis und wer ibn bewohnet, istsein.
Oer Grund, auf den er ihn baut, sindausgebreitete Meere,
Und Finthen uinufcrn und schließen ihnein — ")!
Der feyerliche Ton hat eine sehr großeKraft, wenn der Gegenstand selbstgroß und erhaben ist; aber weh demDichter oder Redner, der diesen Tonbey geringen Gegenständen annimmt!denn da fällt er ins Possirliche. Esgehört ein feiner Geschmak dazu, dengemäßigten, den hohen und den feyer-lichcn Ton, jeden bey dem Gegenstand,dem er eigen ist, anzuwenden.
Figur.
(Zeichnende Künste.)
Eigentlich versteht man durch diesesWort die Begräuzung oder Ein-schränkung der Größe eines Kör-pers, in so fern er dadnrch ein sei-ner Art besonderes Ansehen bekömmt.Durch die Figur wird ein Körperdreyekigt, vierekigt, rund, regclmäs-P Z sig
*) In seinem übersetzten Battcur N TH.S. 462. nach der zwcytcn Ausgabe.
") Tramer in der Ucbetsetzung des 24 Ps.Hat nicht Hr. Schlegel, um diesesim Vorbestgchen zy erinnern, sich mitder Kritik des Worts umufcrn, etwasübereilt? Freyllch wird das Meervom Land nmuscrt; hat aber nichtder Dichter die ganze Vorstellung da-durch Mindcrbarcr gemacht, daß erden Ecl kreis, als das Feste, von demFlüssigen uiiiufern lüßt?