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oder der Reiz einer schönen Gestalt.Einen andern lokt der Glanz des
Ruhms zurAnstrcngungseinerKrafte.
Diese sehen wir bey solchen beson-dern Gelegenheiten in dem Feuerder Einbildungskraft. Jene größereKöpfe aber scheinen durch jeden star-ken ästhetischen Gegenstand leicht auf-jubringen.
Da wir die allgemeinen und beson-dcrn Ursachen dieses geistigen Feuersin den Artikeln Begeisterung undEinbildungskraft bereits naher be-trachtet, und verschiedenes von sei-nen Würkungen auf den Geist ange-merkt haben, so wollen wir hier seineWürkungen, in so fern man sie inden Werken des Gcschmaks findet,etwas umständlicher betrachten. Manerkennt aber das Feuer, in welchemder Künstler gearbeitet hat, sogleichan einem kühnen, etwas wilden,und wenn es sehr stark gewesen ist,etwas ausschweifenden Wesen. Inden zeichnenden Künsten gebiert eskühne und kernhafte Striche, diemit wenigem viel ausdrüken: Drei-stigkeit und Lebhaftigkeit in den Stel-lungen und Bewegungen der Figu-ren; ein mehr ekigtes als sanft lau-fendes Wesen in den Umrissen; star-ke Massen des Hellen und Dunkeln;starke Lichter und Schatten. Allesgekünstelte, fein ausgezeichnete, ver-triebene und verblascne Wesen istfern von der Würkung des Feuers.Die meiste Stärke liegt in den Haupt-sachen, und Nebendinge sind etwasflüchtig behandelt. In der Musikzeiget sich die Würkung des Fcnersin schnellen, fortrauschendcn Gän-gen, in ungewöhnlichen dreisten Ac-corden und plötzlichen Ausweichun-gen, in kühnen Figuren, und iygroßen Intervallen. In der Rede,sie sey gebunden oder ungebunden,in schnell fließenden Worten, kurzenSätzen, starken und ungewöhnlichenRedensarten und Figuren, kühnenMetaphern, in einem etwas strengen
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Ton und Numerus. DasFeuer hatin der Dichtkunst, hauptsachlich inOden, und in dem Tragischen undEpischen statt, wo kühne Thatcn,hitzige Reden, starke Leidenschaften,insonderheit Freude, Zorn, Rach-sucht geschildert werden.
Das Feuer, welches sich in denWerken der Kunst zeiget, ist ansie-kend, es reißet uns schnell fort, un-srcSeclenkräftc werden zu einer star-ken Anstrengung gereizt, und es kannuns in Bewundrung setzen; folglichgränzct es in Ansehung seiner Wür-kung an das Erhabene.
Man stehet aber leicht, daß daSFener, wenn es den Künstler nichtin Ausschweifungen verführen soll,mit einem großen und sichern Ge-schmak muß verbunden seyn. Dennin der Hitze der Einbildungskraftweicht die Besonnenheit und lieber«legung. Es kann also leicht gesche-hen, daß man ausschweift. Derfeurige Künstler, der seinen Ge-schmak nicht auf das strengste durchein anhaltendes Studium geläuterthat, geräth leicht auf Abwege; erwird ausschweifend und ungeheuer.Wird aber das Feiler nur durch eineausschweifende Kunst in das Werkgemischt, ohne daß die Lebhaftigkeitder Sache den Künstler würklich er-hitzt hat, so wird dasselbe aben-theuerlich. Vor diesem kalten er-zwungenen Feuer haben sich inson-derheit die Schauspieler und Rednerin dem, was zum mündlichen Vor-trag gehört, nnd die Dichter undRedner in der Schreibart und demSylbenmaaß, in Acht zu nehmen.Vornehmlich hat der Schauspielersich zu hüten, daß sein Feuer nichtübertrieben sey; sonst fällt er insFrostiges. Er muß es nicht am un-rechten Ort anwenden, er muß esin dem Grad äußern, den das Feuerdes Dichters erfodert. Denn es istnichts widrigers, als wenn geringeSachen mit Feuer vorgetragen wer,
den.