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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
225
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F e n

sehen bloßer Ritzen in der Mauet.Merklich niedriger scheinen sie zuschwer und zu plump. Indessen lehrtdie Erfahrung, daß die Halden Fen-ster in attiken und halben Geschossen,wenn sie ohngefehr so hoch wie breit,oder etwas hoher sind, das Ansehender Gebäude eben nicht verderben.

In Ansehung der Figur gehen diemeisten Stimmen der Kenner auf dasvicrekigte; die am ekelsten sind, ver-werfen alle Fenster mit Bogen, siescyen völlig oder gcdrükt. Diese schei-nen den fcinestcnGeschmak zuhaben.Doch kann man nicht sagen, daß diesehr niedrige Vogen die Schönheit derFenster ganz verstellen *). Fenstermit völlig halbrunden Bogen, zumalwenn sie enge an einander siehn, undBander oder Gesimse über die Fen-ster hinlaufen, haben in der Thatetwas sehr beleidigendes- Dieseshaben die Alten so sehr gefühlt, daßsie nicht einmal ihre Thüren mit Bo-gen gemacht haben.

Ucbrigens hat ein Baumeister inAnsehung der Verzierung, der Ver-haltnisse und des Ansehens der Fensterin Rüksichtaufdie Schönheit der Aus-senseiten, und der Ucbercinstimmungmit den Säulenordnungen verschie-denes zu überlegen.

Da die Fenster denjenigen Außen-seiten, die weder Säulen noch Wand-pfciler haben, das meisteAnsehen ge-ben, so muß man sich Wundern, daßnoch keinem Baumeister eingefallenist, einen Versuch zu machen, nachAnleitung dcrSäulenordnungcn der-gleichen Fensterordnungen zu entwer-fen. Wem ein solcher Versuch ge-länge, dcrwürdederganzen Baukunsteine Erweiterung, und den Baumei-stern eine große Erleichterung ver-schaffen. Folgende hiczu gehörigeAnmerkungen können den Weg dazu-bahnen.

Man könnte vierHauptfensterord-imngcn machen , welche sowol in ih-

*) S, Srffnung.

Aweyter Thell.

Fen?

rcn Verhältnissen, als Verzierungen,eben so stark voneinander unterschie-den waren, als die Säulcnordnun-gen. Die erste Ordnung könnte aufKirchen eingerichtet werden; die an-dre auf große Palläste; die dritte aufansehnliche Land - und Wohnhäuser;und die vierte auf gemeine Häuser.Das Wesentliche jeder Ordnung wä-re das Verhältniß der Höhe zur Brei-te, wodurch zugleich die Höhe desganzen Geschosses bestimmt würde.Jede Ordnung könnte etwa zwey Ne-bcnabtheilungen haben, welche vonder Figur der Fenster, je nachdemsie einen gebogenen oder geradenSturz hätten, und von den Verzie-rungen hergenommen würden. Fürjede Ordnung müßten zwey oder dreyder bester Verhältnisse für die Fenster-weiten bestimmt werden, und ebenso viel für ihre Anzahl auf einerSeite- Endlich müßten auch alleGesimse, Gebälke und andre Verzie-rungen der Außenseiten nach Maaß-gebung jeder Ordnung bestimmt wer-den, damit der Baumeister, sobalder die Fenstcrordnung für fein Ge-bäude festgesetzt, sogleich für dessenganze Bauart gewisse Vorschriftenhatte.

In Ansehung der Verzierungen bebFenster hat bald jeder Baumeister et-was besonderes. Sic sind von dreyer-ley Art, entweder bloße Einfassun-gen, oder Einfassungen, Bänke undGesimse, oder diese mit Giebeln.Daß sie nothwcndig eine Einfassunghaben müssen, ist an einem andernOrte bewiesen worden *). Die Ein-fassungen können auf vielerlei) Artseyn, und müssen sich in der Mengeund den Verhältnissen nach den Ord-nungen richten. Die allereinfachesteVerzierung ist eine um alle vier Sei-ten gleich herumlaufende Einfassung,Hicrnächst, eine solche Einfassungnur von drey Seiten, von unten

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S. Oeffnung.

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