Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
224
Einzelbild herunterladen
 

224 F e il

mait wollte nur 5 Fenster machen:so nahmen sie 20 Fuß von der Breiteein, die Pfeiler aber 25; Fuß, wel-ches für einen Pfeiler 5^ Znß gäbe.Fände man nun, daß die Pfeiler fürdie innere Erleuchtung zu groß wa-ren, so muß man auf Mittel bedachtscyn, durch einen Kunstgriff diesemFehler abzuhelfen.

Man setze den Fall, die höchste Brei-te der Pfeiler soll 44 Fuß seyn, sodaß alle fünfPfeiler 222- Fuß betrü-gen, so blieben von dein Raum, densie einnehmen müssen, noch 55 Fußübrig. Diese suchte man dergestaltin die Mitte zu bringen, daß mandem Fenster in der Mitte etwa einenhalben Fuß mehr, jedem Pfeilerdaran etwa anderthalb Fuß mehr,und den beydcn halben Ekpfeilerndas übrige gäbe. Diese Ungleichheitaber laßt sich sowol von außen, alsauch, wenn man es nothig findet,von innen verfielen. Von außen,wenn man die breiten Pfeiler amMittlern Fenster durch Verkropfungoder Wandpfeiler in eine Gleichheitmit den andern bringt; von innendurch Verstärkung der Mauer, wieschon vorher erinnert worden.

Wenn die ganze Breite oder Langeder Außenseite sich nicht so will thci-len lassen, daß der Quotient eine un-gerade Zahl wird, so kann man sichauch dadurch helfen, daß man gleicheinen Theil für die besondere Mittedes Gebäudes davon nimmt, daßdas übrige einen geraden Quotientenbekomme; alsdenn sucht man die ab-geschnittene Zahl für die Mitte aufeine geschikte Weise cinzurheilen, wievorher erinnert worden. Z. E. DieLange wäre 96 Fuß, und man wolltesie gerne durch 8 thcilen, das ist,jedem Fenster 4 Fuß, und jedemPfeiler eben so viel geben. Weil nunauf diese Weise ein gerader Quotientherauskäme, so nehme man 16 Fußfür die Mitte ab, und theile den RestLo durch 8, so bekommt man die An-

F e 1,

zahl der 8 Fenster. Die' Mitte, wel-che >6 Fuß betragt, sondere mandurch Vortrcrung oder Einziehungvon dem andern ad, und suche ihreine besondere geschikte Einrhcilnngzu geben. Sollte, nachdem allesfestgesetzt worden ist, sich finden, daßdas mittelste Fenster dem guten An-sehn zum Schaden zu brcic oder zuschmal ist, so kann man ihm iin er-sten Fall durch eine schmalere, imandern durch eine breitere Einfassungetwas helfen.

Die Methode, welche man an vielenWohnhäusern braucht, da man dergeraden Zahl Fenster nicht hat aus-weichen wollen, dieThüre an ein Endeder Außenseite zu setzen, giebr oft derinnern Einthcilung ziemliche Vor-theile; doch steht sie nicht allzu gutfür das Ansehen der Außenseite.

Mit der Hohe der Fenster ist derBaumeister weniger gezwungen; weiler die Hohe des ganzen Gebäudesmehr in seiner Gewalt hat, als dieBreite desselben. Es muß aber dieHohe sowol des ganzen Gebäudes/als jedes Geschosses so genommenwerden, daß zwischen zwei) über ein-ander stehenden Fenstern eine hin-längliche Masse Mauer scy, ohngc-fchr so hoch als ein Fenster, und daßdie Gcbälke oder Gesimse, die überden Fenstern weggehen, ihren vollenPlatz haben, und das Fenster nichteinzudrukcn scheinen. Am allerun-gcreimtcsicn ist der Fehler, der dochin einigen prächtigen Gebäuden, wiean dem Konigl. Schlosse in Berlin,begangen worden, 'da die oberstenHalbfenster in das Gebalke hincin-treten.

Ueber das Verhältniß der Hoheder Fenster zu der Breite haben wirwenig anzumerken. Man hat ge-funden, daß diejenigen Fenster ambesten stehen, welche ohngcfehr halbso breit, als hoch sind. Merklichhoher, bekommen sie ein zu leichtesAnsehen, und nähern sich dein An-