Druckschrift 
2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
223
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F e n

Die äußere Anordnung der Fenstererfodert die meiste Ucberlegung. Siegeben den Außenseiten, die nicht mitSäulen oder Mustern geziert sind,das vornehmste Ansehen, und ver-treten die Stelle der Felder an einergeraden Fläche. Sie müssen nachden Grundsätzen der Regelmäßig-keit und der tCurythinie gesetzt, undnach den guten Verhältnisse» undder Zusammcissrimmung angelegtwerden-

Die Regelmäßigkeit crfodert, daßalle Fenster eines Geschosses auf glei-che!! waagerechten Linien stehen, undgleich groß seyett, wiewol dieses letz-tere bisweilen eine Ausnahme leidet.Ferner, daß die Gewände alle senk-recht, und daß die Fenster der ver-schiedenen Geschosse gerade auf ein-ander treffen. Denn es wäre ein sehrbeleidigender Fehler, wenn hierin et-was versehen würde. Die Regelnder guten Verhältnisse erfodern, daßweder die Oeffnungen, noch das Vol-le der Mauer zu sehr hervorsteche.Es scheinet allemal besser zu seyn,eher mehr volle Mauer, als Fensterzu machen, welches auch det innernErleuchtung zu statten kommt.

Bei) einem Gebäude, wo von aus-sen immer auf die ganze Masse gese-hen wird, ist das Einfache dcm Ueber-ladenen allezeit vorzuziehen. EineAußenseite ohne alle Fenster, odermit sehr wenigen, ist auch bei) demgroßen oder fast gänzlichen Mangeldes Mannigfaltigen ganz erträglich,da hingegen der Ücbcrfluß der Fensterund andrer zum Mannigfaltigen ge-hörigen Stüke, ekelhaft ist.

In gemeinen Wohnhäusern läßtsich die Anzahl der Fenster in einerReihe der Außenseite leicht bestim-men. Man theilet die ganze Breiteder Außenseite durch die doppelte Zahlder Füße einer Fcnsicrbreite, oderdurch dieselbe Zahl etwas größer ge-nommen z der Quotient giebt die An-zahl der Fenster. Wir wollen den

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Fall setzen, ein Gebäude sei) 56 Fußbreit, und man habe die Breite derFenster auf 4 Fuß gefetzt: so thcileman 56 durch Z. Der Quotient 7 zei-get an, daß sieben Fenster müssen an-gebracht werden. Alsdann ist in derBreite der Außenseite so viel Mauer,als Qessnung. Wollte man wenigerFenster haben, so theile man die Brei-te der Außenseite durch eine etwasgrößere Zahl. Wenn z. V. die Längeder Seite 80 Fuß wäre, und die Feu-stcrbreite wäre 4 Fuß, so theile mansie nicht durch 8, sondern durch io,so hätte man 8 Fenster, und alle Fen-ster zusammen machten die Sunimeder Oessnungen Z2 Fuß; die Summeder Pfeiler abcr wäre 48 Fuß.

Hicbey kommen abcr verschiedeneBetrachtungen vor, die zu wichtigenAusnahmen dieser Regeln Gelegen-heit geben. Erstlich ist in den Haupt-außensciten, wo dicThüren und Por-tale stehen müssen, eine ungeradeZahl der Fenster nöthig: dieses erfo-dert die llkurpthmio, damit die Thü-re in die Mitte kommen könne. Dar-nach muß sich die CiUtheilung derAus-senseiten in Fenster und Pfeiler rich-ten. Daher muß man die Länge derAußenseiten allemal durch eine solcheZahl theilen, daß der Quotient eineungerade Zahl werde, z. E. 5, 7,y, l 1. Dieser Betrachtung zu gefal-len muß man entweder die Breitedcr Pfeilcr oder der Fenster etwas ver-mindern, oder vermehren. Wir wol-len setzen, die Breite der Außenseitesei) 48 Fuß, und man könnte demFenster höchstens 4 Fuß Breite geben.Wollte man nun die Zahl 48 durchstheilen, so bekäme man für die An-zahl der Fenster 6, welches eine ge-rade Zahl ist. Daraus abcr folget,das man entweder 5 oder 7 Fenstermachen müsse. Zu einem von Hey-den muß mau sich entschließen. Lei-det es die innere Einrichtung, somuß man allemal die kleinere Zahlder großem vorziehen. Gesetzt also.