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Natur vorhandenen Körpers gebenkann. Die Farben selbst, womitdie Natur die Körper bemahlt hat,sind von unendlicher Mannigfaltig-keit, und es ist völlig unmöglich, siealle zu nennen, oder auch nur zuzählen. Dann verursachen die ver-schiedenen Grade der Stärke des auf-fallenden Lichts, die Entfernungvom Auge, der Ton der Luft, unddie Widerscheine bey jeder Farbe,wieder mannigfaltige -Abänderungen.Dem ersten Anscheine nach ist garkeine Hoffnung vorhanden, daß dieKunst des Colorits auch nur einiger-maßen in Regeln zu fassen seynkönnte. Dennoch haben wir Ge-mahl de, darin die Natur bis auf ei-nen hohen Grad der Täuschung nach-geahmt ist. Man muß also die Hoff-nung nicht aufgeben, diesem Theilder Kunst durch bestimmte und sichereVorschriften weiter aufzuhelfen.
Den Anfang dazu muß man noch-wendig von einem Vcrzcichniß allerFarben machen, damit jede zu nen-nen sei), und von der Bestimmungder verschiedenen Modificationcn,denen ein und eben dieselbe Farbeunterworfen ist, ohne ihre eigentlicheFärbung zu andern. Außer den er-sten Versuchen, die da Vinci zu ei-ner solchen Theorie gemacht hat,und die binnen zweihundert Jahrenvon keinen. Mahler fortgesetzt odererweitert worden, haben zwei) scharf-sinnige Philosophen und Naturfor-scher seit kurzem den Weg dazu et-was genauer gebahnte Wir wollendie noch wenig bekannten Versucheüber diese Sache hier anzeigen.
Es ist also zuerst die Frage, in wieweit es möglich scy, alle in der Na-tur vorkommende Farben natürlicherKörper in ein Verzeichnis zu brin-gen , und gleichsam dem Mahler aufseine Palette zu legen, damit er alle-mal die rechte wählen könne? Denersten Versuch zur Auflösung dieser
Arveycer Theil.
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Aufgabe hat daVmci gemacht*), derbcrühmtcAstronomusMayer mGöt-tingen aber, der vor einigen Iahrenzu großem Schaden der Wissenschaf-ten verstorben ist, viel weiter fort-gesetzt. Doch ist zu bedanken, daßdie Abhandlung von dieser Sache,die er der göttingifchen Gesellschaftder Wissenschaften vorgelesen, bis jetztungedrukt geblieben ist. Folgendeswird einen Begriff von der Mayen«sehen Methode geben.
Er nimmt drey Grundfarben achaus welchen er alle übrigen herauszu bringen sucht. Diese Grundfar-ben sind das Rorhe, das Gelbe unddas Blaue, jedes von der Art, wiesie in dem Regenbogen erscheinen,oder in dem durch ein Prisma gebro-chenen Bild der Sonne. Zu Folgeeiniger Versuche fetzt er zum voraus,daß der Unterschied zweyer Farbenvon derselben Gattung, die um we-niger, als den zwölften Theil desZusatzes, von dem die VeränderungHerkömmt, unterschieden sind, fürunser Auge nicht mehr merklich sey.Dieses ist so zu verstehen. Manmische unter das reine Roth, das ei-ne der drey Grundfarben ist, denzwölften Theil Gelb, so entsteht da-her eine Farbe, die sich von derGrundfarbe etwas entfernt. MischtMan etwas mehr, als den zwölftenTheil Gelbes darunter, so entstehteine andre rottze Farbe. Nun nimmtmau an, daß die auf einander fol-genden, aus Roth und Gelb gemisch-ten Farben, nicht merklich von ein-ander abweichen, als wenn der Un-terschied von einer gegen die andreeinen zwölften Theil gelber Farbe be-trifft.
Durch diese Voraussetzung wirbauf einmal die Anzahl der Farbenbeynahe völlig bestimmt, und mankann alle würklich verschieden schei-
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