i64 Fad
Fad
rakter ihrer Mutter in das schönsteLicht gesetzt worden.
tSulnpioes hat die Fabel wiederin einem andern Lichte gesehen. Ihnrührte hauptsachlich das Niedertrach-tige nnd Lasierhafte in dem ganzenBetragen derClytcmnestra und ihresehebrecherischen Gemahls. Um dieseHeyden Personen in der niederträch-tigsten Sinnesart zu zeigen, hat erzu dem Wesentlichen der Fabel dieschone Erdichtung von der Verhey-rathung der Elektra an einen armenLandmann, hinzugethan. Nichtswar geschikter, als diese Sache ansich selbst, und der tugendhafte nndedle Charakter dieses geringen Men-schen, um den Aegisthus und dieClytemnestra in dem verächtlichstenLichte zu zeigen.
Hiedurch wird also die vorherge-machtc Anmerkung, daß der Dichtersein« Fabel allemal aus einem gewis-sen Gesichtspunkt anzusehen habe,um sie zu seinem Vorhaben geschikteinzurichten, verständlich werden.Wenn der Dichter darinn glüklich ge-wesen ist, so wird der ganze Planseines Werks selten mißlingen.
Von der Einheit der poetischen La-bel überhaupt, handelt, uittcr an-dern, Eivvb. dl Locenzo Strozzi, in ei-ner, in seinen Dro^ioui, kom. >6zs. 4.Bl 148. befindlichen Vorlesung; — vonder Art, sie zu erfinden, Aless. Lionardi,in s. Werke Dells imiro?.ivue pocr.Von. 1554. 4. S. 6z u. f. Von derpoetischen Fabel überhaupt, von der cpi.schen, der dramatischen, der römischenFabel, Minturno in seiner ^rce poerioo,S. 14. Z4. 42. 74.120 u. f. d?sp. 172;. 4. —Von der epischen Fabel, unter andern,Pet. Mawbrun, in seiner Diilerror. ps-iip. de epico Lormine, p. 2. S. >Z>U. s. ?or. 1652.4. — LcBossu, ins.I'roire ein Poeme epigue, im >tcn B.E. - u. f. --- — Von der Fabel desTrauerspiels, und zwar von ihren we«
sentlichcn Eigenschaften, von ihrer Einheit,von einsachen und zusannnengescrrcn Fa-beln, u.d.M. Aristoteles,-ro^r.Vil.u. f. —^ Diderot, in seiner Abhandlungde ls poeile dromocigue bey seinen!peee de tomillc, und zwar Du plouer äu Diologuc, und Du plou cle losprozeilie ec de lo Lomedie, S. 195.und 215 u. f. d. ttebcrscyung rte Aufi. —.Lessing, in seiner Dramaturgie >. S. 255.29z u. an a. O. in. — Clement, im ttenund 2ten Kap. des 2ten Th. s. SchriftDe lo ^rogeäie , unter der Aufschrift:Des disl'ei eures porcics del'lleonomiedromoruzue, und Des mo^eus cllcu.riels ü I'IZcou. ei, smsr. ( vorzüglich abermit Rücksicht auf die Fabel in den Vol«tairischcn Stücken.) — Von der Fabelim Lustspiele besonders Cailhava, im8ten Kap. des iten Bds. s. ^rc de l»Lomedie.
Fabel.
(Die Acsopische.)Aie Erzablung einer geschehenenSache, in so fern sie ein sittlichesDilo isr. Nach Voraussetzung des-sen, was von der Natur des Bildesüberhaupt ist angemerkt worden ch,wird sich diese Erklärung ohne vielUmstände entwikeln lassen. 1) DieFabel ist nicht blos ein besondererFall dessen, was man allgemein aus-drükeu will, wie das Beispiel ist.2) Sie ist ein sittliches Bild, dasist, die Vorstellung, die durch sieanschauend soll erkannt werden, be-trifft allemal etwas ans dem sittli-chen Leben der Menschen; sie ist ei»allgemeiner moralischer Satz, oderauch nur ein Begriff von einem mo-ralischen Wesen, von einem Charak-ter, von einer Handlung, von einerSinnesart. Ucberhaupt also ist dieabgebildete Sache ein moralischerSatz, oder nur ein moralischer Be-griff. Dieses ist von der Bedeutung
der
*) S. Art. Bild.