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setzt, die Zuschauer in allem Wahrenund Guten zu unterrichten. Er hat-te Herz genug den Aberglauben unddie falsche Gottcrlchre seinerzeit mitsokratischer Starke anzugreifen. Inseiner -Helena legt er einem Borenfolgende Worte in den Mund *):„Ich sehe wie elend lügenhaft dasganze Evesen See Wahrsager ist.Weder in Oer Flamme des Feuers,noch in Oer Stimme der Vogel liegtetwas heilsames für denMenscken,uns es ist lhorickl nurzu vcrmu.rhen, Saß Sie Vogel uns zu -Hülfekommen. — Warum lasten wiruns Senn wahrsagen < Lalj'ct unsdurck Opfer Gutes von den Göt-tern erbitten und den Wahrsagun-gen Abschied geben. Noch ist keinFauler durch die Wahrsaguitg reichgeworden. Rlugheir und guterRath sind die besten Wahrsager.— — — Wer die Götter ;nFreunden hat, der besitzt die besteWahrsazerkunst.
Eben so kühn rcdct er wider dieunsittliche Gottcrlchre seiner Zeit.In dem Trauerspiel Jon sagt dieserJüngling zum Apollo: Wie kanndieses recht sepn, daß ihr, die denSterblichen Gesetze geben, selbstunsittlich sepd ^ Denn wenn dieseGeschichten wahr seyn sollten, sowerdet ihr von den Sterblichenwegen gewaltsamer Entführungenzur Strafe gefodert werden, duund Neptun und Jupiter, der iin-Himmel herrscht. — — — Eswäre nicht billig die Menschen inden Fällen anzuklagen, da sie nurdie Schandthacen der Götter nach-ahmen, sondern diese, die die Bei-spiele gegeben haben. Seine Got-tcrlchre ist den unverfälschten Ein-sichten gemäß. Folgendes ist ein für-treffliches Beyspiel davon. Was istder Rcichthum des Theenes'l sagt
Jocaste in den Phönizierinnen.
Alle Reichthümer gehören eigcnt«
') Hcl. vk, 750. ff.
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lich nur den Gottern zu, die Men-schen sind blos die Verwalter undAusrheiler derselben. Sie nch.men sie wieder, so oft es ihnenbeliebt.
Es wäre leicht, eben so herrlicheLehren und Wahrheiten über allewichtigen Punkte der Sittenlehre ausdiesem philosophischen Dichter anzu-führen. Doch müssen wir dabeyauch bemerken, daß ihn die Liebe zumoralischen Sprüchen oft zur Unzeitübernommen hat. Er bringt sie oftso an, daß man die handelnde Per-son , der sie in Mund gelegt werden,aus dem Gesichte verliert und nurden Dichter erblikt. Daher werdendergleichen Sprüche in dem Mundder Person oft unwahrscheinlich.Wie wenig sorgfaltig er über diesenPunkt gewesen, kann folgende Stellehinlänglich zeigen. In der Tragö-die, die er die um Schutz sieben-den betitelt, fällt Adrast dem The-sens zu Füßen und sagt unter an-dern: der, welcher im Wolstandist, sieht, wenn er Verstand hat,auf die Armuth — (die Absicht desDichters ist zu sagen, daß man müssedurch den Gegenstand gerührt scyn,um demselben gemäß zu handeln;) sowie es nolhig ist, daß der Dichter,wenn er Lieder macht, es mic Lustthue; Senn wenn er nicht in derLust ist und zu Hause Verdruß hat,so kann er andre nickt vergnügen').
Man sieht überhaupt aus jedemTrauerspiel dieses fürtrcfflichcn Man-nes, daß er ein ernsthafter, zärtli-cher und etwas melancholischerDich-ter gewesen. Man sagt, daß er inseinem Hause viel Berrübniß undVerdruß gehabt, und es war ihmohne Zweifel damals, als er dasTrauerspiel, woraus wir die letzteStelle angeführt haben, geschriebenhat, etwas von dieser Art begegnet.Er fand daher in tragischen Vorstel-K 5 lungen
») vs. izo ff.