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2 (1792) [E - J]
Entstehung
Seite
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Erz

dem Theile der Sache mehr oder we-niger klar sind.

-H-

(^) Von der Erzählung in dcr cigcvt-iichcn Rede, handeln, nntcr inehrcr»,Aristoteles in: i6teu Kap. des dritten Bu-ches s. Rhetorik (in Rücksicht auf die drc»angenoninicncn Arten der öffentlichen Re-he.) Hcrniogcnes im >ten und ?tenKap. dcS -ten Buck'es?--?- und im-8tcnKap. ?--?-iUkSus. s---M. F. Quin-ctilian, im qten Abschn. des zwepten, undim -tcn Abschn. des vierten Buches derInllirur. orarnr. Ch. Batteur, im4ten B. f. pnireiyoz cka la Dicecrocure,S. 2>8. d. Ausg. von 175; und S. 2ÜZ derRaml. Ucbers. Ausg. von 1774. Diek-inciyes pnue la iaät. ckez Oesreurs,im 4tcn Kap. des vierten Buches, B. z.S. 48. Condillae, im -ten Th. S. 470d. d. Ucbers. f. llntcrr. aller Wissensch.Bern 1777. 8-

Erzählung.

(Dichtkunst.)

Eine besondre Art des Gedichts,womit die Neuem die Dichtkunst be-reichert haben; denn es scheinet nicht,daß den Alten diese Dichtungsart be-kannt gewesen sey. Die Erzählungkommt darinu mit der äsopischen Fa-bel übercin, daß sie eine kurze Hand-lung in einem gemäßigten Ton, derweit unter dem eigentlichen epischenzurükblcibct, erzählt; sie geht abervon ihr darinu ab, daß sie nicht be-deutend ist, wie die Fabel. DerDichter hat seinen Endzwek bey derErzählung erreicht, wenn der Leserblos die erzählte Handlung in demLichte, darin» er sie hat vorstellen wol-len, gefaßt hat, da der Fabeldichtereine Lehre zur Absicht hat. Es läßtsich zwar, wie einer unsrer bestenKunsirichter anmerkt *), auch ausihr, wie aus jeder Handlung, irgcnd-

*) Schlegel in dcr Abhandlung über dieEinthcilung her Poesie.

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wo eineSittenlchre absondern. Den-noch ist sie nicht ecwan ein in einesinnliche Geschichte verkleideter Lehr-satz; und das Allegorische ist ihr aufkeine Weise uothwcndig. Sic ist,sagt er ferner, die heroische oder co.mische Epopee im Kleinen; die ersteAnlage dazu, nur die wesentlichstenBestandtheilc derselben in ihrer ein-fachestcn Form. Man kann hinzu-setzen, daß sie in dem Vortrag dengemäßigten Ton, dcr keine Begeiste-rung kennt, annimmt. Denn esgicbtauch dergleichen kleine Epopecn,die in dem hohen lyrischen Ton vor-getragen worden, und deßwegcn nichtzu dieser Gattung gehören, wie dieRomanzen.

Diese Dichtungsart ist in Anse-hung des Inhalts einer großen Man-nigfaltigkeit fähig; sie kann Hand-lungen und Thatcn, Leidenschaften,herrschende und vorübergehende Em-pfindungen, ganze Charaktere, Be-gebenheiten, Glüks- und Gemüths-nmsiände schildern; und in Ansehungdes Tones kann sie pathetisch, sitt-lich oder scherzhaft seyn. Soll sieaber mehr, als zum Zeitvertreib die-nen, und mehr als vorübergehendeAufwallungen verschiedener, ange-nehm durcheinander laufender, Em-pfindungen crwcken, so trifft manden Stoff dazu eben nicht auf allenStraßen an. Wenn der erzählendeDichter lehrreich seyn will, wenn sei-ne Absicht ist, nur solche Geschich-ten oder Thaten zu erzählen, die indein Verstand dcr Leser wol bestimm-te mnd auf immer würksame Grund-begriffe und Grundsätze zurüklasscn:so muß er sich weit und mit scharfenBlikcn in dem sittlichen Leben dcrMenschen umsehen. Auch dcr fleißig-ste Beobachter der Menschen ist nurselten so glürlich, auf solche klassischeMänner seiner eigenen, oder der ver-gangenen Zeiten zu stoßen, derenDenkungsart und Handlungen, alscanonisthe Lehren für alle Menschen,H 5 anzu-