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chen; so wie ein falscher Ton, beson-ders da man zur Unzeit wichtig thut,oder ins Declamatonsche verfallt, ei-nen sehr großen Verdacht der Un-wahrheit crweken kann
Es erhellet Hieralls hinlänglich,daß es eine höchst schwere Sache ist,gut zu erzählen, und vielleicht erfo-dcrt kein Thcil der Beredsamkeit fleis-sigerc Uebung, als dieser.
-Hermogene-z unterscheidet drcyHauptgattnngen die Erzählung zubehandeln, die einfache, die ausze-fiibrre, die xierliche. Die erste er-zählt die Sache schlechtweg, wie siegeschehen ist, ohne sich in irgend eineArt der Ausschweifung einzulassen.Sie wird da gebraucht, wo die ge-schehene Sache au sich selbst mit dendabei) vorkommenden Umständen hin-reichend ist, dem Zuhörer die Begriffezu geben, die unsrcr Absicht gemäßsind. Von dieser Art ist die Erzäh-lung in des Demoichone-; Rede gegenden Cemon. Die Sache war an sichso klar, daß der naturlichste Vortragderselben am gcschiktestcn war, denZuhörer gegen den Beklagten einzu-nehmen.
Die ausgeführte Art besteht darin,daß der Redner verschiedenes bcn-bringt, das in der geschehenen Sachenicht offenbar liegt, indem er Ursa-chen davon angiebr, Absichten anf-dckt, und etwa Umstände ergänzt,alles in der Absicht die Sache guto6cr schlecht vorzustellen. Er hilftalso dem Urthal des Zuhörers dabei),da er im erstem Fall es ihm gänzlichfrey gelassen hat. Diese Art ist nö-rhig, wo die vorzutragende Sacheetwas zweydeutig ist, so daß der Zu-hörer, wenn ihm die Sache einfacherzählt würde, auch wol ein anderUnheil davon fällen, oder sie andersfassen könnte, als es die Absicht desRedners erfodert.
Die zierliche Art trägt die Sachemit Zusätzen vor, welche die Einbil-
*) S. Ton der Rede.
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dnngskraft des Zuhörers einnehmen.Er mischt Bilder und Nebenumftändein die Sache, welche ihn für oder ge.gen die Begebenheit annehmen, wel-che er entweder auf eine vorthcilhafteoder verhaßte Weife vorstellt, so daßer das Urthal des Zuhörers schon inder Erzählung selbst lenkt. Er brauchtdie Farben der Beredsamkeit, seinGemählde desto kräftiger zu machen.Dieses ist bcy gerichtlichen Erzäh-lungen ein Kunstgriff, der den Sa-chen den Ausschlag geben kann; unddarinn war Cicero ein großer Mei-ster. Man überlege folgende Stelle.Anstatt blos zu sagen: Quinctiiistrauctc dem Versprechen des Nävius,trägt er die Sache so vor: Suis»quoll virum bouum /sieche oporre-bst, ill l^sevius; crellit
slminökuiü cum, qui orat/ouem bo-norum imitareMr, /aKn quoquoimitaturum. Dergleichen Wendun-gen sind um so viel würksamer zurUcberredung, weil der Zuhörer kaummerkt, daß der Redner seinem Ur-thal vorgreift.
Es kann zwar geschehen, daß einRedner seine Erzählung nur nach ei-ner dieser drey Arten vortragt. Wenndie Sache sehr klar und jedem hin-länglich einleuchtend ist, so thut dieerste Art die allerbeste Würkung.Denn so wie ein Grundsatz durch denBeweis, den man davon geben wollte,nicht nur keine Stärke gewinnt, son-dern von seiner Kraft verlieret: sogeht es einer offenbar guten oderschlechten Sache, durch eine ausge-führte oder zierliche Erzählung. Dieandre Art schiket sich für Begebenhei-ten, die zwar wenigem Zweifel unter-worfen, aber doch durch Erläuterungverschiedener Umstände klärer könnengemacht werden. Die dritte Art istfür zweifelhafte Fälle. Indessen ge-schieht es oft, daß ein Redner alledrcy Arten in einer einzigen Erzäh-lung anbringt, nach dem die bcson-
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