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Dichter jeden Sinn unaufhörlich ge-spannt halten, damit seiner Beobach-tung von allen ihm dienenden Gegen-ständen nichts entgehe. Es würdeüberaus nützlich seyn, wenn jemandmit hinlänglicher Kenntuiß der Sa-chen, jungen Künstlern zu gefallen,ein Werk schriebe, wodurch sie alleMittel ihre Phantasie zu bereichernkönnten kennen lernen. Einen Ver-such hierüber hatBxodmergemachl*),und dcrMahlcr wird in dem fürtrcf-lichen Werk des L.conbar0 Vinci vieldahin dienendes antreffen
Einer lebhaften und mit hinläng-lichem Rcichrhum angefüllten Einbil-dungskraft, die Gcschmak und Be-urtheilung zur Begleitung hat, fehltdenn, um die glänzendsten Werkehervorzubringen, nichts weiter, alsdaß sie zu rechter Zeit gehörig erwär-met werde, und nach Beschaffenheitder Sache eine stärkere oder gemäs-sigterc Begeisterung in der Seele desDichters hervorbringe. Wir habenaber au einem andern Orte, sowoldie Entstehung, als die wunderba-ren Würkungen dieser erhöhten War-me der Einbildungskraft in nähereBetrachtung gezogen, und das, wasüber die Begeisterung gesagt worden,ist als eine Fortsetzung des gegen-wartigen Artikels anzusehen. ,
Sehr wichtig ist auch die Betrach-tung der Einbildungskraft, in so ferndie Würkung eines Werks der Kunstvon ihr abhangt. Es giebt tausendFalle, wo der Künstler nicht allesdarstellen kann, was der, für den seinWerk bestimmt ist, sich vorstellenmuß, um den ganzen Eindruk zuempfangen, den man auf ihn machenwill. Da kommt dem Künstler dieEinbildungskraft seines Zuhörers,oder Zuschers zu Hülfe. Wenn die-se durch irgend eine in dem Werkeliegende Ursache in lebhafte Würksam-
H Von den poetischen Gemähldcn imr Cap.
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keit gesetzt wird, so thut sie alsdeundas klebrige von selbst. Ein zur Zärt-lichkeit geneigtes Herz kann durcheinen einzigen recht zärtlichen Tonplötzlich in die tiefste Empfindunggesetzt werden, weil die Einbildungs-kraft durch diesen Ton ins Feuer gc-rathcn ist. Und so kann ein einzigerstrenger Blik des Auges eine furcht-same Seele in den größten Schrekensetzen.
Es ist zur Theorie der Künste höchstwichtig, daß man sich die bcwun-drungswürdigc Würksamkeit derEinbildungskraft durch genaue Be-obachtung besonderer Falle wol be-kannt mache. Dieser Würksamkeitder Einbildungskraft war es zuzu-schreiben, daß das römische Volk,das den Mord des Casars schon halbgebilliget hatte, hernach vor Zorngegen die Mörder halb rasend gewor-den, als Antonius, nach Ablesung desTestaments des ermordeten Dikta-törs, dessen blutiges Unterkleid öf-fentlich zeigte. Eben daher machtedas eine Wort in der Acncide DuMarcellus eris einen so gewaltigenEindruk auf die Livia.
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Ausser dem, was in philosophischenSchriften, als in O. Ernst PlatncrsNeuer Anthropologie, teipz. >790.8. imiten Hauptst. des tten Buches S. 175.Won den materiellen Ideen derjenigenVorstellungen, welche innerhalb der Man,taste, durch Umbildung der Gedckchtniß-eindrucke hervorgebracht werden, und ins. Aphorismen, B. i.S.izz. tz.gzo. Aus«,von 1784. — in I. N. Tetens Phi-losophischen Versuchen, Lcipz. 1777. 8.B. 1. S. »5. Von der bildenden Oicht-kraft — in D. Tiedcmanns Untersu-chungen über den Menschen, Leipz. 1778.8. Th, z. S. 141. Von der Dichtkraft u.a. m. von der Einbildungskraft überhauptgesagt wird, handeln, unter mchrern,ausführlich, von ihr t. Ant. Muratori inder Schrift: Dells te>r?s ciells dsnraiis
umso»,