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mit zn dcn Grundlagen einer lebhaf-ten und leichten Einbildungskraft ge-zählt, und auch diese muß durch Ue-bung vermehrt werden. Jede Seelebann durch Hemmung der Thätigkcitrräg werden. Man gebe nur aufdieWürkungen der weibischen ErziehungAchtung, bcy der das erste Gesetz ist,das vornehme Kind von allem, wases in Verlegenheit setzen, von allem,was ihm Mühe machen konnte, vonallem, wobey ihm eigene Ueberle-gnng und Anstrengung feiner Kräftenöthig wären, zurükzuhalten; jederBegierde und jeder Aeußerung seinerWürksamkeit zuvorzukommen. Durcheine solche Erziehung wird der Seeleihre männliche Kraft weggeschnitten,alle Nerven werden schlaff, und manmacht aus dem Menschen eine Miß-geburt, der die wesentlichste Eigen-schaft eines vernünftigen Geschöpfes,der innere thätige Würksamkeit be-nommen ist.
Aber durch fleißige Uebung seinerVorstellungskräfte erlangt der Geistdie Lebhaftigkeit, der er fähig ist.Glüklich hierinn ist der, dessen Erzie-hung frey und thatig gewesen, dessennoch unentwikclte Seelcnkräftc hin-längliche Reizung zur Würksamkeitempfunden, der schon früh fühlengelernt, daß durch Aufforderung sei-ner Kräfte das Gebiet seiner eigenenWürksamkeit erweitert, durch Unthä-tigkcit aber in enge Schranken einge-schlossen werde. Dadurch bekommt derGeist seine Lebhaftigkeit, daß er unauf-hörlich gegen alle ihm vorkommendeGegenstände würkfam wird. Diesessind also die Mittel, der Einbildungs-kraft ihre völlige Stärke zu geben.
Das.nächste, was hierauf zurBildung eines großen Künstlers ge-hört, ist, daß er seine Phantasie be-reichere. Denn sie ist das Zeughaus,woraus er die Waffen nimmt, dieihm die Siege über die Gemütherder Menschen erwerben helfen. DieEinbildungskraft erschafft nichts
Ein iz
neues, sie bringt nur das, was un-sere Sinnen gerührt hat,wieder heran.Also muß sie durch Erfahrung berei-chert werden. Der Künstler muß dieGegenstände feiner Kunst zuerst inder Natur gesehen oder empfundenhaben; damit sie ihm hernach, wenner sie gebraucht, wieder gegenwärtigseyen; damit ihre Menge und Man-nigfaltigkeit ihm entweder eine guteWahl verstatten, oder feiner Dich-tungskraft Gelegenheit geben, destoglüklicher neue zu erfinden. Also mußer unaufhörlich feine Sinnen für je-den Gegenstand offen halten, daßihm nichts entgehe; er muß den man-nigfaltigen Scenen der Natur unddes sittlichen Lebens der Mensche»überall nachgehen, sie in mchrernLändern und unter mehrern Völker»-aufsuchen; aber ein scharfer Bcob-achtungsgeist muß ihn überall beglei-ten. Was ein guter Kenner *) demMahler anräth, kann jedem Künst-ler zur Lehre dienen; er soll dem Pl»-lopämen nachahmen, der auf allenReifen, auch mitten im Frieden, je-de Gegend, die ihm fürs Gesicht kam,mit dem Auge eines Heerführers be-trachtete : hier stekte er in Gedankenein Lage? ab; da stellte er seine Po-sten zur Sicherheit aus; hier rükteer gegen dcn Feind an; durch diese»Weg nahm er einen verdekten Marschvor: durch dergleichen Betrachtun-gen bereicherte er seine Einbildungs-kraft mit allem, was ein Heerfüh-rer zur Beurtheilung der guten undschlechten Lage der Oerter nöthig hat.So hat Homer durch Reifen, durchBeobachtung der Menschen, der Sit-ten, der Künste, der Bcschafftigun-gcn im öffentlichen und im Privatle-ben, seine Einbildungskraft derge-stalt angefüllt, daß sie unerschöpflichan jeder Art der Gegenstände gewor-den. So muß der Mahler sein Aug,der Tonkünsiler sein Ohr, aber der
Dichter
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