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2 (1792) [E - J]
Entstehung
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(5) Da Ebenmaß, (Symmetrie undEurythmie) in dem eigentlichen Sinnedes Wertes, nur von Werken der Bau-kunst gebraucht wird: so gehört, untermehrcrn, das ate und ztc Buch aus demiten B. von MilitiaS Grunds der bürger-lichen Baukunst, S. >6s u, s d. deut-schen Uebcrs. hiehcr, worin, von den ar-chltectischcn Vcrha'ltnissen z vom Sehen inAbsicht auf die Architektur; von den all-gemeinen Verhältnissen der Fassaden; vomVcchältniß der Thcile mit dem Ganzender Fassaden; von den allg. Verhältnissenini Innern der Gebclude; von Verhält,der Tpeile mit dem Ganzen, im Innernder Gebäude; von der Natur der Wohl-gereimtheit (Eurythmie); von der Ord-nung; von der Einheit; von der Sim-plicität; von der Abwechselung, vom Con-trast; von der zunehmenden Schönheit inVerzierungen, als von den Bestandthci-lcn der Symmetrie und Eurythmie, ge-handelt wird.

Edel.

(Schöne Künste.)

N?an nennt in allen Gattungen sitt-licher Dinge, die den Gcschmak be-treffen, dasjenige edel, was sich vondem gemeinen seiner Art durch ei-nen erhöhten Gcschmak nntcrscheidet.Das Edle im metaphorischen Sinnscheinet allemal sich auf etwas sittli-ches zu beziehen; denn man hört nievon edlem Verstand, oder von edlerUeberlegung, sondern von edlem Be-tragen, von edlen Gesinnungen spre-chen. Eigentlich liegt also das Edlein den Empfindungen, welche ge-mein oder auch unedel sind, wennsie durch keine Ueberlegung, durchkeinen verfeinerten Gcschmak, derdas Bessere dem Schlechtem, dasWolschikliche dem weniger Echikli-chen, das Wolanständige dem we-niger Anstandigen vorzieht, erhöhtworden.

Demnach besteht das, was denGcschmak und die Sinnesart edel

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macht, darinn, daß man bey ästheti-schen und sittlichen Gegenstandendas, was feiner, schöner, überleg-ter, sehiklichcr, mit einem Worte,vollkommener ist, dem weniger voll-kommenen nicht nur vorzieht, wennbcyde vorhanden sind, sondern dasVollkommenere bey Empfindung desUnvollkommenem sucht und fühlet.Es gicbt Menschen, denen in Absichtans die erwähnten Arten der Gegen-stände fast alles gleichgültig ist, dienicht empfinden, daß eine Art sichauszudrükcn feiner und ausgesuchterist, als eine andre; daß ein Ton derStimme vor dem andern etwas ge-fälliges hat; daß einige äußerlicheManieren vor andern etwas vorzüg-liches haben: diese Menschen sindvon gemeinem, nicht edlem Gc-schmak. Diejenigen, die alle Em-pfindungen ohne Ueberlegung undohne Wahl äußern , die darinn we-der Anstand, noch Grade, noch Ver-hältniß empfinden, sind Menschenvon gemeiner, nicht edler Sinnes-art.

Es erhellet hieraus, daß die Be-trachtung des Edlen der Theorie derschönen Künste wesentlich zugehöre.Denn da sie unmittelbar auf die Er-höhung und Verfeinerung der unternSeelcnkräfte, folglich auf die Ver-edlung derselben abzielen: so mußdas Edle nothwendig eine Eigen-schaft jenes Gegenstandes der Kunstseyn; das Unedle, Niedrige oder Ge-meine kann in den schönen Künstennicht anders, als zum Gegensatz undzur Erhöhung des Edlen gebrauchtwerden, so wie der Schatten zur Er-höhung des Lichts dienet.

Es ist also eine allgemeine und we-sentliche Regel, daß in den Werkender schönen Künste alles edel seynmüsse, .außer in dem Fall, da manzu Erhöhung des Edlen, mit guterWahl, dem Unedlen einen Platz ver-gönnet. In den Werken des Ge«schmaks muß alles und jedes von ei-

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