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Größe, sondern auch auf die Aus.arbeitung der Theile. Wenn ein be-sondrer Theil eines Gcmahldes fleißi-ger, als seine Stelle oder seine Wür«kung zum Ganzen es erfodcrt, bear-beitet wäre, so würde dieses auchdas Ebenmaaß stöhrcn. Denn jederTheil muß in allen Absichten geradeso scyn, wie die Würkung des Gan-zen es erfobett.
Diese Beobachtung des Eben«maaßes ist die Würkung einer über-aus scharfen Bcurrheilüngskraft,oder des fcincstcn Gefchmaks. Esist aber offenbar, daß nur die ge-naue und bestimmte Vorstellung desGanzen, mit allen seinen Theilen,dasselbe möglich macht. Wer nichtvermögend ist, das Ganze auf ei-nen Blik richtig zu übersehen undgenau zu fassen, der fühlt wederEbenmaaß noch Abweichung davon.Uni also diesen wichtigen Theil derKunst zu besitzen, muß man sich un-aufhörlich üben, die Fertigkeit zu er-langen, ein Ganzes richtig zu fassen.Der Mahler tritt wahrender Aus-arbeitung sehr oft weit von fcineinGemahlde weg, um es im Gan-zen zu übersehen, und der Tonsetzcrhört in einiger Entfernung die ersteAufführung feiner Arbeit an DeinRedner und dem Dichter aber wirddieses bcy einiger Größe des Werksam schwersten Darum inuß einDichter sich äußerst angelegen seynlassen, sein Werk, eh' er die letzteHand daran legt, nach allen ein-zeln Theilen im ganzen Plan zuübersehen. Nur der, welchem dasganze Werk so gelaufig ist, alswenn er sich einen einzigen Gedan-ken vorstellte, ist fähig alle Theile,in Absicht auf das Ebenmaaß, zubeurtheilcn.
Auch der Baumeister hat einebeträchtliche Zeit nöthig, sich denPlan eines großen Gebäudes mit al-len seinen Theilen so bekannt zumachen, daß er mit Leichtigkeit je-
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den Theil in der Vorstellung des Gan-zen fühle.
Es ist also eine für jeden Künstlerzur Cultur des Genies sehr nützlicheUcbung, sich aus vielen und mancher-lei) Theilen zusammengesetzte Gegen-stände im Ganzen so oft vorzustellen,bis er es mit Leichtigkeit übersehen,tind jedes einzelne auf einmal bemer-ken kann. Nur die Genien der erstenGröße sind im Stand, ganz großeund aus sehr viel Theilen bestehendeGegenstände auf einmal zu überse-hen, und es ist allemal, auch blosin Rüksicht auf diesen Theil der Kunst,ein schweres Werk, in einer weitläuf-igem Epopee das Ebenmaaß derTheile zu beobachten.
Aber die blos mechanische Fassungdes Ganzen ist zur Erreichung desEbenmaaßes nicht hinlänglich; manmuß dabei) auch empfinden, vonwelcher Natur und von welcher Wür-kung das Werk im Ganzen scyn soll.Denn nur dadurch kann man füh-len, ob jeder Theil seine angemesseneWürkung im Ganzen thut, und objeder in feiner befondcrn Natur mitdem Wesen des Allgemeinen überein-kommet.
Aus diesen Anmerkungen kannman den allgemeinen Schluß zie-hen , daß ein ganz anderes Geniezu großen und weitläufigen, alszu kleinen Werken gehöre. Ein Ton-setzcr kann einen Menuet oder einLied fürtrefflich setzen, und ganz un-gcschikt seyn, eine Ouvertüre, odereinen Chor zn machen. Ein Dich-ter kann der erste Odendichter undein sehr schlechter epischer oder dra-matischer Dichter seyn; und der Bau-meister, der ein Wohnhaus auf dasvollkommenste angeben kann, mußdarum sich nicht einbilden, Talentegenug zn haben, einen Pallast anzu-geben. Die großen Arbeiten in je-der Art sind nur für die größtenKünstlergenien.
(*) Da