Ziv V. Abschn. Mineral. Sauren n. ihre Verbind.
schießt in großen, ansehnlichen, durchsichtigen Crystallenan, welche eigentlich plattgedrückte Säulen, mir sechs un-gleichen, gestreiften Flachen, und zweyscitigen, oder vier-seitigen , oder sechsseitigen Endspitzen sind. Sie enthal-ten im vollkommnen Zustande nach Bergmann o,izmineralisches Laugensalz, 0,27 Vitriolsäure, und o,zzCrystallenwasser.
H. 475-
Das Glaubersalz hat einen anfangs etwas kühlen-den, hernach aber ziemlich bitterlichen Geschmack. Beydem 50° Fahrenheit erfordert es nur 2,857 Theile Was-ser zur Auflösung, wenn es crystallisirt ist; vom sieden-den Wasser nur 0,800. Es läßt sich daher durchs Ab-kühlen crystallisiren; und bcym Abrauchen seiner Auflö-sung giebt es, wegen seiner großen Auflöslichkeit im hei-ßen Wasser, kein eigentliches Salzhäutchcn (§. 29z.),sondern gerinnt vielmehr endlich ganz zu einem unförm-lichen Klumpen. Wegen der großen Menge des Was-sers in seinen Crystallen, und wegen seiner leichten Auf-löslichkeit darin in der Hitze, zergeht es daher auch leichtssber dem Feuer. Dies ist also kein wahres Schmelzen ^(h. in). Denn wenn das Wasser verdunstet ist, sowird das Salz wieder feste, und schmelzt nun erst nachdem Glühen bey einer ansehnlichen Hitze.
§. 476.
An der Luft, zumal in der Wärme, verliert dasschwefelsaure Mineralalkali seine Durchsichtigkeit und sei-ne Crystallengestaltsehr leicht, und verwandelt sich in einweißes Pulver. Dies rührt von dem Verlust seines Cry-ssallenwasscrs her. Denn das zerfallene Glaubersalzliefert nach dem Wiederauflösen im Wasser die vorigenCrystallen wieder. Man muß sich dies merken, wennman das Glaubersalz als Arzney anwendet; weil von
dem