ZOO V.Abschn. Milleras. Sauren u. ihre Verbind.
§- 457-
Da man die Destillation des Vitrioles doch nurzur Gewinnung dieser concentrirten Schwefelsaure, wieman sie schicklicher nennt, unternimmt; da die zuerstübergehende wasserigte oder schwach säuerliche Flüssigkeitvon keinem sonderlichen Werthe ist, und da Überbein dieDcstillirgefaße dadurch leicht zersprengt werden, oder dieOperation sehr verzögert wird; so nimmt man zur De-stiliirung des Vitriolöles den bis zur rochen Farbe calci-mrlen Vitriol.
H. 458.
Zur Bereitung dieses Vitriolöles im Großen wirdder grüne Vitriol erst in eisernen Töpfen, unter bestän-digem Umrühren, über dem Feuer so lange gebrannt,bis er eine röche Farbe erlangt hat, wobey er ohngefährdie Hälfte am Gewichte verliert. Er wird hierauf nochheiß zerstoßen, gröblich gesiebt, und in große irdene wohl-gcbrannte und gut beschlagene Retorten gerhan, die biszu Zweydrittel damit angefüllt werden. Man legt dieNetorten in einen Reverberirofen oder Galeerenofen(ch. rzi.), mauert die Oeffnung zu, durch welche dieRetorten in den Ofen eingelegt sind, so daß blos ihreHalse aus dem Ofen hervorragen; man giebt zuerst ge-lindes Feuer, und legt dann, wenn saure Tropfen zumVorschein kommen, große Vorlagen, auch wol mit einemVorstoße vor, und verwahrt die Fugen mir einem gutenKütte. Das Feuer verstärkt man hierauf allmahlig undbehutsam, so daß es zulehr bis zum Weißglühen derRetorte vermehrt und unterhalten wird. Die Schwe-felsaure geht hierauf in weißgrauen Nebeln über; undum die Vorlagen destomehr abzukühlen, muß man öftersnasse Tücher behutsam um sie schlagen, oder auch, umdie Hihe des Ofens von ihnen abzuhalten, noch eineWand von Ziegelsteinen zwischen jenem und diesen auf-führen.