286V. Abschn. Mineral. Sauren u. ihre Verbind.
kohlensaure Kalkerde zum Vorschein, da sie kein Auflö-sungsmittel mehr hat.
H. 4Zl.
Hieraus ist es herzuleiten, warum das Quell- undBrunnenwasser, und viele Sauerbrunnen, rohe Kalk-erde aufgelöst erhalten, warum sich beym Sieden des ge-meinen Wassers in den Geschirren kohlensaure Kalkerdeabsetzt, die zur Entstehung des sogenannten pfannemsieins in Theekesseln Gelegenheit gicbt, woher die stark in-crustirende Kraft mancher Wasser rühre, und warummanche Quell- und Brunnenwässer durchs Aufkochen wei-cher und besser werden. Hundert Cubikzoll (schweb.) koh-lensaures Gas, wenn sie dem Wasser beygcmischt wer-den sind, lösen nach Bergmann bcy 50 Gr. Fahrcnhcit27 Gr. kohlensaure Kalkerde auf, und das mit Kohlen-säure gesättigte Wasser kann also etwa seines Ge-wichts an roher Kalkerde aufgelöst enthalten.
H. 4Z2.
Durch das Feuer läßt sich die Kohlensaure wiederaus der Kalkerde austreiben, wie schon oben (H. Z56.)gezeigt worden ist. Die Kalkspathe knistern und ver-spritzen, wenn sie schnell einer starken Hitze ausgesetzt wer-den, wegen ihres mehrern Crystallisarionswassers, dasdadurch plötzlich in Dämpfe verwandelt wird, die wegenihrer Elasticirät die Theilchcn aus einander sprengen.
§- 4ZZ-
Wenn man in frisches und klares Kalkwasser dieAuflösung irgend eines kohlensauren 'Alkalis tröpfelt, soentsteht sogleich ein Niederschlag von roher oder kohlen-saurer Kalkerde, und das Alkali verliert seine Kohlen-säure oder wird ätzend. Die Kohlensäure hat also einenähere Verwandtschaft zur Kalkerde, als zu einem derdrey Alkalien.
§. 4Z4.