276 V. Abschn. Mineral. Sallren u. ihre Verbind.
eingeriebenem Stöpsel mit kaltem destillirtem Wasser voll;man bringe sie mir ihrer Mündung nach unten gekehrt indie mit Wasser gefüllte Wanne, ziehe den Stöpsel aus,und führe sie mit ihrer Mündung über den Trichter, ausdem das kohlensaure Gas hervortritt. Man leere sie zurHälfte dadurch aus, stopfe sie wieder zu, und schüttelesie nun eine Zeitlang. Oeffnet man nachher den Stöpsel,so fahrt die atmosphärische Luft in die Flasche mit Ge-räusch hinein. Ist die Flasche dünn und zumal platt, sokann sie auch durch den Druck der äußern luft zerbro-chen werden. Das Wasser in. der Flasche hat einen ge-linde säuerlichen, stechenden Geschmack, der besonderswahrzunehmen ist, wenn das Wasser eine Temperaturvon 60 bis 70 Gr. Fahrenheit angenommen hat. DieLackmustinctur wird davon sogleich roth gefärbt. DieseRöthe verschwindet aber wieder an der freuen luft, indemdie Kohlensaure aus dem Wasser verfliegt. Die Farbedes Violensyrups ändert sich von der Kohlensäure nicht.Sonst äußert sie auch noch gegen andre Körper, beson-ders gegen die Alkalien und Erden, Wirkungen, die nurden Säuren eigen sind, wie wir gleich anführen werden.
§- 4?2-
Das mit der Kohlensäure angcschwangerte Wasserkömmt in Ansehung seiner Fähigkeit, Blasen zu werfen,wenn man es schüttelt, die Lackmustinctur zu röthen,und m dem säuerlichen und stechenden Gcschmacke mitden natürlichen Sauerbrunnen übcrcin, dergleichendas Gelter-, Pyrmonter-, Egerwasser u. a. sind, indenen die Kohlensäure einen hauptsächlichen Bestandtheilausmacht, die sich aber frcylich vom reinen kohlensaurenWasser durch andere darin aufgelöste sixe Bcstandtheileunterscheiden. Die Anschwängerung des Wassers mitder Basis des kohlensauren Gas kann man zwar auf diejetzt eben beschriebene Art verrichten; weil aber die Ver-