Druckschrift 
1 (1794)
Entstehung
Seite
262
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IV. Abschnitt

§. Zyo-

Unter dem wahren Porzellan versieht man dasschönste Töpferzeug, das im heftigsten Ofenfeuer un-schmelzbar, vollkommen weiß, hart, nicht so spröde, wieGlas ist, Abwechselung von Hitze und Kälte verträgt,auf dem Bruche fein, dicht und matt, zwar glatt, abernicht glastgt, klingend, und von einer eigenthümlichenDurchscheinbarkcit ist. Glasur, Maleret), Bildung ge-hören zur Schönheit, nicht zur Güte des Porzellans.

H. 391.

Das ächte Porzellan ist schon seit undenklichen Zell iten in Japan und China verferriget worden, und wurdein Europa bekannt, seitdem die Portugiesen den Handelnach Ostindien anfingen. Ein Deutscher Js, Fr. Bot,ticUer, erfand in Europa die wichtige Kunst, das Por-zellan zu machen, bey alchcmistischen Untersuchungen, lund verfertigte im Jahr 1706. zuerst ein rothes Porzellan.Das erste weiße Porzellan, zu dessen Verbesserung Herrvon Tscblrnhau>e,l sehr viel bcytrug, ward 1709. ge-macht, und im folgenden Jahre wurde die Porzellan- !fabrik zu Meißen angelegt. Die dazu erforderlichen Erd-arten und Gemenge wurden aber, wie noch setzt, inallen Fabriken geheim gehalten. Herr von Reaumur,der in den Jahren 1727. und 1729. seine Untersuchungenüber die Natur des Porzellans bekannt machte, war soglücklich, das Hauptsächlichste, worauf es bey der Be-reitung desselben ankömmt, zu entdecken, und die erstenrichtigen Begriffe davon mitzutheilcn. Er lehrte uns zu-erst den wichtigen Satz, daß die Materie, woraus wah-res Porzellan verfertiget werde, eine solche seyn müßte,die beym Brennen in den ersten Anfang der Vcrglasuugübergehe, daß darin das Wesentliche des Unterschiedeszwischen Glas und Porzellan bestehe, daß es überhauptzweyerley Hauptarten von Porzellan gebe, entweder sol-