Druckschrift 
1 (1794)
Entstehung
Seite
239
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Erden.

§. Z5Y-

Das Kalkwasser bleibt in genau verschlossenen undganz damit angefüllten Gefäßen unverändert. Stelltman es aber an die freye luft, so erzeugt sich auf der-Oberflache desselben ein Häutchen, der A alkrahm (er?-mor calclz), das immer dicker und dicker wird, endlichwegen seines vermehrten Gewichts im Wasser zu Bodensinkt, und einem neuen Hautchen Platz macht. Diesdauret so lange, bis zuletzt aller vorher aufgelöste Kalksich wieder abgeschieden hat, und das Wasser wieder zureinem Wasser geworden ist.

§. z6o.

Dieser Kalkrahm verhält sich aber nicht mehr wiegebrannter Kalk. Er löst sich im Wasser nicht mehrauf, er braust wieder nnt Saure, und ist geschmacklos;kurz, er ist wieder roher Kalk. Eben dies widerfahrtauch dem gebrannten Kalk, wenn er der freyen luft aus-gesetzt wird. Er schwillt ncmlich immer mehr und mehrauf, und zerfallt, ohne sich aber zu erhitzen. SeinGewicht nimmt dabey immer mehr und mehr zu. End-lich erlangt er wieder mit der Zeit alle Eigenschaften derrohen Kalkerde. Man nennt ihn zerfallncn Aalk,Gtaubkalk, LPZchlkalk. Frisch zerfallncr Kalk unter-scheidet sich aber allerdings von dem, welcher der Luftlange Zeit ausgesetzt gewesen ist. Wenn der lebendigeKalk vor den, Zugange der luft wohl aufbewahrt wird,so laßt er sich unverändert erhalten.

§. Z6r.

Diese Veränderungen, welche das Kalkwasser undder gebrannte Kalk an der Luft erleiden, rühren von derEüstaugung der Kohlensäure der Atmosphäre, und beymletzter,, auch von der Einsaugung des Wassers her, gegenwelche er einen sehr großen Hang hat. Wirklich kann

man