Erden.
2Z7
K a l k e r d e.
H. 35 5-
Die Aalßerde (Lalx, 1>rra calcarea, K')wird auch nicht in chemisch reinen Zustande in der Naturangetroffen, sondern muß erst durch Kunst darin gebrachtwerden. Wir treffen die Kalkerde immer in Verbindun-gen mit Sauren, besonders mir Kohlensaure und Waffer,und es ist gewöhnlich, die kohlensaure Kalkerve rshe Aaltz?erde zu nennen. Sie braust bcy der 'Auflösung in andernSauren auf, eben wegen des kohlensauren Gas, dassich dabey entwickelt. Ächtet man auf diese Kohlenfäureund auf das natürliche Crystallisationswasser nicht, sokann man freylich sagen, daß die Kalkcrde oft in einem sehrreinen Zustande, wie m dem ungefärbten körnigen Kalk--steine und den weißen Kalkspathen, natürlich vorkomme.
Das Verzeichnis! der natürlichen lustsauren Kalkarten in derFolge bey der Kohlensaure.
Z- 356.
Da die Kohlensaure und das Wasser der natürli-chen, reinen, rohen Kalkcrde im Feuer flüchtig sind, solaßt sich auch daraus durch das Brennen im Feuer diechemisch reine Kalkerde darstellen, von welcher hier dieRede ist. Man fülle zu dem Ende eine irdene Retortemit reinem, rohen Kalkstein, Kalkspath, ungefärbtenMarmor, u. dergl. an, kütte an ihre Mündung eine ble-cherne Röhre gehörig an, verbinde sie mit dem pneuma-tischen Apparat, und gebe anfangs gelindes Feuer, dasman nach und nach bis zum völligen Glühen der Retorteverstärkt. Anfangs entwickelt sich zuerst die in der Re-torte und Röhre befindliche atmosphärische Luft, dannaber folgt kohlensaures Gas, das sich bey allen Untersu-chungen als wahres kohlensaures Gas HH. 260.) verhalt.Wenn man die Retorte so lange in der Hitze anhaltend