206 lil.Abschn. Von dm Salzen im Allgememen
Sauren.
§. zoz.
Säuren (Scilla, -^) sind Salze von einem saurenGeschmack, der, weil er ganz sinnlich ist, freylich keineDefinition zulaßt. Sonst haben sie noch als wesentlichesKennzeichen die Eigenschaft, verschiedene blaue Man-zensafte roth zu färben, und gewisse rothe Pflanzensaftezu erhöhen oder gelbroth zu machen.
§. zc>6.
Indessen werden nicht alle blaue Pflanzensafte vonSauren roth. Als gegenwirkende Mittel (§. 186.) fürdie Sauren braucht man insbesondere den Vcilcbcnsaft(8^rupu5 violsrum), und die L!.acfmustincrur (ti'nclu.rs lleliotropii). Jener, der aus dem wasserigen Auf-guß der Kronblatter der Viow ollarsta bcy einem Zu-satz von Zucker gemacht wird, ist nicht so empfindlich ge-gen alle, und gegen schwache Sauren, als die Lackmus-tinctur; er halt sich auch nicht lange und ist nicht immerfrisch zu haben; deswegen verdient das Lackmus Vorzüge.Man macht zu dem Ende daraus eine Tincrur, indemman ic» — 12 Theile reines Wasser mit einem Theilgröblich gestoßenem Lackmus in einem ganz reinen irde-nen glasurten oder porcellanenen Geschirre einen Augen-blick sieden laßt, und dann durch reines Löschpapier seihet;oder man hangt gestoßenes Lackmus in einem reinen leine- ^nen Sackchen so lange in reines kochendes Wasser, bisdieses gehörig blau gefärbt ist. Diese LackmuStinctursieht, wenn sie gesattiget ist, dunkelblau; aber gegendas Licht gehalten, violett aus. Wenn man sie mit rei-nem Wasser stark verdünnt, so verliert sie ihre Rörhevöllig, wird himmelblau, und so muß man sie zu feinernVersuchen, um Sauren zu entdecken, anwenden. Da-mit sie sich besser halte, dient ein Zusatz von reinem
Wein-