Druckschrift 
1 (1794)
Entstehung
Seite
202
Einzelbild herunterladen
 

-v2 III. Abschn. Von den Salzen im Allgemeinen

§. 298.

Der Nutzen der Crystallisirung der Salze ist: daßman diese in den ihnen eigcnthümlichen Gestalten erhalt,durch welche sie sich von einander unterscheiden; daßman sie von den ihnen bcygemengten Unreinigkeiren be-freyet, die entweder im Wasser unauflösbar sind, undalso beym Auflösen und Durchseihen zurückbleiben, odernicht in die Crystalle übergehen; daß man mehrere ver-mischte Salze von einander scheidet, die nach ihrer ver-schiedenen Auflösbarkeit im Wasser auch zu verschiedenenZeiten daraus auschießen. Doch verbinden sich auch ei-nige Salze so mit einander, daß sie auf diesem Wegenicht von einander geschieden werden können.

§. 299.

Die Salzcrystalle verlieren in der Hitze, und meh-rere schon in der trocknen und warmen Luft, ihre Figurund ihre Durchsichtigkeit. Sie zerfallen oder verrvititern zu einem weißen Pulver. Ihr Gewicht wird dabeymerklich vermindert. Löst man sie in diesem Zustandevon neuem wieder im Wasser auf, so kann man siedurchs Crystallisiren wieder in ihrer vorigen Figur undSchwere erhalten. Aus den noch nicht zerfallenen Salz-crystallen kann man durch eine Destillation reines Wasserscheiden.

§- Zoo.

Es ist daher außer allem Zweifel, daß das Wassereinen wesentlichen Bestandtheil der Salzcrystalle aus- -macht, das sie beym Crystallisiren bcybehalten. Mannennt dies den Crystallen der Salze beygemischte Was-ser das Lrystallilartsnsrvastcr (aqua cryibgliis-jtinniz).Es hangt ihnen in verschiedener Menge und mehr undweniger fest an, und hat darin den Zustand einer Flüssig-keit verloren. Von diesem Crystallenwasscr ist es herzu-leiten, daß einige Salze in der Hitze zergehen (H. irr.);

und