Allgemeiner verbreitete einfachere Stoffe. 187
der Retorte in einen eisernen Flintcnlauf, dessen innereFlache vom Roste frey ist, lasse diesen etwas geneigt durcheinen andern Ofen treten , so daß die untere Mündungunter dem Trichter der Wanne des pneumatischen Appa-rats steht. Man bringe hierauf das Wasser in der Re-torte zum Sieden, wahrend man den Mittlern Theil desFlintenlaufs glühend erhalt. So wie nun die Wasser-dampfe durch den glühenden Theil des Flintenlaufs strei-chen, so verwandeln sie sich in eine eigene, höchst leichte,Gasart, die in Gestalt von Blasen durch das Wasserder Wanne tritt, und so aufgefangen werden kann.Nach Endigung des Versuchs findet man das Eisen ander glühend gewesenen Stelle auf der innern Flache inGlühespan verwandelt, oder verkalkt.
§- 279.
Dieses hier erhaltene Gas, dessen Darstellung nochauf andere Arten stattfindet, die in der Folge erwähntwerden sollen, und dessen Kenntniß wir zuerst priestle^verdanken, unterscheidet sich auf eine auffallende Weise.Ich nenne es leichtes brennbares Gas (»ns intlsm-nobile levs); Herr L.avoisler hat ihm aus Gründen,die weiter unten erhellen werden, den Namen
(<Zg5 b^llroAenium) gegeben, den man durch lkVal^sererzcugendes Gas, XVajffrftoffgas übersetzt hat.
§. 280.
Dies brennbare Gas ist das leichteste von allenbekannten Gasarten. In seinem reinen und trocknenZustande, bey io° R. und 28 Zoll Barometerstände,wiegt ein Pariser Cubikzoll davon nach Hrn. L.avsisierv,e>Z5Z9 Gr. (franz.), und ein Cubikfuß 61,15 Gr.Es hat einen cigenthümlichen, unangenehmen Geruch,ist irrespirabel, und löscht ein hineingetauchtes licht aus.Sonst aber ist ,es selbst brennbar, und laßt sich entzün-den,