Druckschrift 
1 (1794)
Entstehung
Seite
92
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92 I. Abschnitt. Nöthige Vorkenntnisse

H. 122.

Die besten hessischen Tiegel müssen einen hellenKlang beym Daranschlagen von sich geben, frey vonschwarzen Flecken, gleich dick und gleich stark gebranntseyn. Die größern muß man nicht zu schnell erhitzenoder abkühlen, und sie auch nicht auf den bloßen Rost,sondern auf einen Fuß, oder auf ein Ziegelstück stellen,damit die zutretende kalte Luft sie nicht zersprenge. Manüberzieht sie zu dem Ende auch wol mit einem Beschlägevon Lehm, oder stellt einen in den andern, und füllt denZwischenraum mit feinem Sande oder feingeftoßenenGlase aus. Als eine Probe einer vorzüglichen Güte wirdes angesehen, wenn man Bleyglas etliche Stunden inihnen flüssig erhalten kann. Nach Herrn HVeber sott manihnen diese Eigenschaft dadurch besonders geben können,wenn man ihre innere Oberflache mit Leinöl beschmiert,hierauf mit feinem grünen Glaspulver allenthalben gleichdick bestreuet, und dann in ein anfangs gelindes und her-nach stufenweise bis zum Weißglühen verstärktes Feuerbringt, worin man sie eine halbe Stunde stehen unddann allmählich abkühlen laßt. Ich zweifle aber sehr andem erwarteten Erfolg.

Ueber die Tiegel, welche das Bleyglas zwanzig und mehrereStunden im Fluß halten; in XVebers pch'sik. chemischemN»»ga?«n.

H. I2Z.

Man hat durch zahlreiche Versuche noch mehrereMischungen von Erdarten als brauchbare Massen zuTiegeln und Schmelzgcfaßen kennen gelernt. Pott hatbesonders viele Verdienste um diesen Gegenstand, denauch neulich Herr Schönwald weiter bearbeitet hat.Jener suchte aus der Vermischung des Thons nach aller-lei) Verhältnissen mit Metallkalchcn, mit Kalk, mit ge-brannten Knochen, mit Speckstein, Bimsstein, Trippel

u. a.