Einleitung. 5
werden die tbeorensike oder rcmc Chemie nicht vonder ausübenden oder pmccstckwn trennen; sondern diesemit jener verweben. Denn die theoretische Chemie beson-ders abzuhandeln, und vor der practischen voranzuschicken,scheint deswegen nicht Vortheilhaft zu scyn, weil sie sichans diese gründet, und ohne dieselbe von Anfängernschlechterdings nicht verstanden werden kann.
§. !O.
Die Chemie ist, als eine gemischte Wissenschaft, aufBeobachtungen und Versuche gegründet. Diese mußtennothwendigerweise eher angestellt und gemacht scyn, eheman auf wissenschaftliche Art Folgerungen und Schlüssedaraus machte. Es ist daher auch rhörigt, den Ursprungder Chemie, als WlssenZchafr betrachtet, in dem ent-ferntesten Alterrhum suchen zu wollen. Die Entdeckungvon Thatsachcn ist blos das Werk der Sinne, und es istnicht zu verwundern, daß Jahrhunderte verstreichenkonnten, ehe man mehrere dieser Entdeckungen machte,und noch mehr, ehe man diese Thatsachen sammlete.Nur erst in den neuesten Zeiten verband man sie zu einerrmssinschafcltchcn Form. Schon die ersten Bewohnerder Erde hatten Bedürfnisse, deren Befriedigung aller-dings die Ausübung dieser oder jener chemischen Operationerforderte. Allein alles beruhete gewiß nur auf einzelnenErscheinungen und einer empirischen Ausübung. Vonden Völkern des höhern Alterthums erwähnt man in derGeschichte der Chemie besonders die Aegypter, unter de-nen auch wol ohne Zweifel, wie aus den übrig gebliebe-nen Datis geschlossen werden kann, die Caste ihrer Prie-ster in dem Besch mehrerer solcher Erfahrungen war, undOperationen ausübte, die chemisch genannt werden kön-nen. Aber auch ihre Chemie ist wol nur eine bloße un-vollkommene Kunst, und nichts weniger als eine Wis-senschaft zu nennen. Die spätem Neuplatoniker haben
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