dieser die Temperatur des siedenden Wassers abneh-inen. Beträgt also die Siedhitze des reinen Wassersbeim normalen Luftdrucke, wie man ihn für dieMeeresiläche annimmt, 100° C., so wird, wenn manvon da aus höher steigt, mit dem abnehmenden Luft-drücke auch die Temperatur des siedenden Wassers ab-nehmen.
Weil man nun aus den Bestimmungen Dallon's, Gay-Lusuc’s und anderer gelehrter Physiker das der gege-benen Temperatur entsprechende 3Iaximum der Spann-kraft der Wasserdünste kennt, so wird man im Standeseyn, aus der jedesmaligen Siedhitze des reinen Was-sers die Spannkraft der entstandenen Dünste und hier-aus den entsprechenden Luftdruck zu finden.
Lange bevor man diesen innigen Zusammenhangzwischen dem Luftdrucke und der dadurch bedingtenSpannkraft der Wasserdünste, so wie das Gesetz, nachwelchem sich dieselbe richtet, kannte, sondern blos dasFactum wusste, dass die Temperatur des siedendenWassers, bei übrigens gleichen Umständen, von demdarauf lastenden Luftdrucke abhänge; sind es zuerstFahrenheil } und nächst ihm Tib. Cavallo gewesen, wel-che den Gedanken erfassten, aus der Temperatur dessiedenden Wassers auf die Grösse des herrschenden Luft-druckes und iiieraus auf die Höhe des Beobachtungsorteszu schliessen und demgemäss einThermometer zu construi-ren, welches die Stelle eines Barometers vertreten könnte.
In der That hat auch Fahrenheil in den Philos. Tran-sacl. '\ r ol. 33. pag. 179. unter dem Titel: Novi baromelridescriptio , ein zu diesem Zwecke dienliches Thermo-meter angegeben, dessen Einrichtung und Abbildung ichdes Folgenden wegen dem Originale getreu hieranfüh-ren will. In Fig. 1 ist das Fahrenheil’sdvQ Instrumentdargestellt. Dem Cylinder AB ist die Ilöhre BC ange-fügt, an welche die kleine längliche Kugel CI) und die-ser das Röhrchen von äusserst feinem Caliber DE an-geblasen ist. Der Cylinder wird mit einer Flüssigkeitgefüllt, welche die Hitze des siedenden Wassers ver-trägt. An der Röhre BC werden die Wärmegrade, ivie