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Die Wahrscheinlichkeitsrechnung in ihrer Anwendung auf das wissenschaftliche und practische Leben
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den, und sie ist endlich nur <).Wl1I2, wenn die Totalität allerzwölf Richter zur Ausführung des Urthsils erfordert wird, wiedieses letzte der Fall Key den englischen Jurys ist; sie ist endlichnahe V.Olll, wenn von einem Tribunale von g Mitgliedern die To-talität aller Stimmen gefordert wird (IX).

Das geistige Auge deS Menschen hat ohne Zweifel eben soseine Illusionen, wie das körperliche; die letzten suchen »vir durchdas Gefühl, und jene durch Reflexion und Rechnung zu berichti-gen. Unsere Leidenschaften und Vorurtheile, unsere herrschendenMeinungen lassen uns die Vortheile mancher Unternehmungenwie in einem Hohlspiegel vergrößert sehen, und setzen uns den ge-fährlichsten Folgen aus. Gegenwärtige Leiden und die Ursachen,welche sie erzeugen, drücken uns viel mehp, als vielleicht viel grö-ßere, aber künftige Übel, die wir uns oft eben durch die Mittelzuziehen, durch welche wir jene zu entfernen suchen. Und nichtnur der Einzelne, auch ganze große Völkerschaften handeln nur zuoft auf dieselbe Weise, indem sie sich der Anarchie und dem Des-potismus übergeben, nur um sich von dem lästigen Übel der Ge-genwart zu befreyen. Wir haben oben gesehen, wie nachtheiligdas Spiel der Lotterie für diejenigen ist, welche sich ihin anver-trauen. Aber es ist sehr zu besorgen, daß selbst viele von denen,welche diese Nachtheile kennen, sich von ihren eitlen Hoffnun-gen doch nicht abhalten lassen. Die bloße Möglichkeit, init einerkleinen Summe ein großes Vermögen zu erwerben, so äußerstgering'auch die Wahrscheinlichkeit eines glücklichen Erfolges seynmag, ist so lockend, daß der Arme sein Letztes hinträgt, um we-nigstens einige Tage sich in trügerischen Hoffnungen zu wiegenund dann sich der Noth und dem Mangel auszusetzen. Diese Träu-me, denen er sich überlaßt, bedürfen um so weniger einer Wider-legung, da sie sich gegenseitig selbst zerstören. So setzen viele Ar-me ihr ganzes Vermögen auf eine einzige Zahl, weil diese schonso lange nicht herausgekommen ist, und eben so viele vertrauenihr Glück einer andern, die schon mehrmal nach einander gezo-gen worden ist und daher, nach ihrer Meinung, nächstens wieder