sehr große Wahrscheinlichkeit habe, und indem er, durch dieseÜberzeugung bewogen, die Theorie des Mondes noch einmal mitder größten Sorgfalt durchging, fand er glücklich den wahrenGrund jener scheinbaren Anomalie in der Veränderung der Excen-tricität unserer Erdbahn.
Oft ist zwar die wahre Auflösung des Problcmcs, welchesdas Gesetz dieser Erscheinungen darstellen soll, über die Kräfteunserer Analysis. Aber auch in diesen Fällen ist es interessant undwichtig, jene constanten Verhältnisse und den Grad der Ge-nauigkeit zu kennen, mit welchem sie von den Beobachtungen dar-gestellt werden. So mag es vielen immerhin noch als eine Hypo-these gelten, daß die Ebbe und Fluth deS Meeres eine Wirkungder Anziehung des Mondes und der Sonne sey. Aber die großeÜbereinstimmung, welche die von Laplace aus diese Hypothesegegründete Theorie jener Erscheinung mit so vielen Tausendenvon Beobachtungen gewährt, gibt dieser Hypothese einen Gradder Wahrscheinlichkeit, den viele andere unserer menschlichenKenntnisse noch iveit entfernt sind zu besitzen, wenn sie gleich derArt sind, daß es beynahe Niemand wagt, an ihrer Existenz zuzweifeln.
Es ist wahrscheinlich, daß diese Wirkung der Sonne unddes Mondes, die so große Bewegungen in den Gewässern desMeeres erzeugt, auch ähnliche Fluetuationcn in unserer Atmo-sphäre hervorbringen werde. Laplace hat zu diesem Zwecke gegenzwolftausend Beobachtungen des Barometers und Thermometersuntersucht, die auf der Sternwarte in Paris gemacht wordensind. Aber er fand die hieher gehörenden Veränderungen des Ba-rometers nur gleich drey Hundertthcilchen einer Linie und dieWahrscheinlichkeit dieses Resultates so gering, daß man es nochals sehr ungewiß betrachten muß. Unter dem Äquator, wo jenerEinfluß des Mondes und der Sonne am größten ist, würde sichohne Zweifel diese Untersuchung mit mehr Sicherheit anstellenlassen.
Eine andere Veränderung des Barometerstandes, die vonder Änderung der Temperatur bcy Tage und bey Nacht entsteht,und die auch in der heißen Zone am merklichsten ist, zeigt, daß